TTG im Lehrplan 21 – und was das fürs Material bedeutet
Der Lehrplan 21 fasst textiles und technisches Gestalten in einem Fach zusammen. Die Kompetenzbereiche – Wahrnehmung und Kommunikation, Prozesse und Produkte sowie Kontexte und Orientierung – zielen darauf ab, dass Schülerinnen und Schüler eigene Ideen entwickeln, Material und Verfahren gezielt wählen und ihre Produkte beurteilen. Gearbeitet wird in Themenfeldern wie Spiel, Bau und Wohnen, Mode und Bekleidung, Mechanik und Transport oder Elektrizität und Energie.
Für die Materialplanung heisst das: Neben dem eigentlichen Werkstoff braucht es immer auch Material für den Prozess – zum Skizzieren, Modellbauen, Testen und Dokumentieren. Genau hier fällt der grösste Verbrauch an. Holz, Metall oder Stoffe beziehen viele Schulen beim Fachhändler; Papier, Karton, Klebstoffe, Schreib- und Messwerkzeug finden Sie bei uns.
Ein Beispiel aus dem Themenfeld Bau und Wohnen: Bevor eine Gruppe ein Möbelstück im Massstab 1:1 umsetzt, entsteht ein Kartonmodell im Massstab 1:5. Daran lassen sich Proportionen, Stabilität und Verbindungen prüfen und im Team besprechen. Erst wenn das Modell überzeugt, wird das eigentliche Material zugeschnitten. Dieser Weg über Skizze, Modell und Test entspricht dem Gestaltungs- und Designprozess, den der Lehrplan 21 beschreibt – und er spart wertvolles Werkmaterial, weil Fehler im Karton statt im Holz passieren. Planen Sie für solche Prozesse grosszügig Karton, Klebeband und Skizzenpapier ein.
Modelle und Prototypen aus Papier und Karton
Bevor ein Objekt in Holz oder Stoff umgesetzt wird, lohnt sich ein schnelles Modell. Karton eignet sich dafür hervorragend, weil er sich mit einfachen Werkzeugen bearbeiten lässt und Fehler billig sind. Bewährte Materialien:
- Graukarton: stabil, gut schneidbar, ideal für Gebäudemodelle und Konstruktionen.
- Wellkarton: leicht, steif, für grössere Modelle und Verpackungen.
- Fotokarton und Tonkarton: farbig, für Schnittmuster, Schablonen und Präsentationen.
Tipp aus der Praxis: Lassen Sie Schnittmuster für Textilarbeiten zuerst aus Papier testen. Die Schülerinnen und Schüler sehen so früh, ob Masse und Proportionen stimmen. Viele Anregungen finden Sie im Ratgeber Modellbau mit Karton im Unterricht und zur Materialwahl im Beitrag Tonpapier, Tonkarton, Fotokarton.
Kleben, Schneiden, Messen: das Kleinmaterial
Die Wahl des Klebstoffs entscheidet oft über Erfolg oder Frust. Eine einfache Übersicht für den Werkraum:
| Klebstoff | Geeignet für | Hinweis |
|---|---|---|
| Klebestift | Papier auf Papier | Für Karton meist zu schwach |
| Weissleim | Holz, Karton, Papier | Braucht Zeit und Pressdruck |
| Alleskleber | Gemischte Materialien | Lüften, sparsam auftragen |
| Heissleim | Schnelle Verbindungen, Modelle | Nur unter Aufsicht, Verbrennungsgefahr |
| Doppelseitiges Klebeband | Saubere Flächenverklebungen | Kaum Korrekturmöglichkeit |
Beim Schneiden gilt: Cutter nur mit Schneidematte und Metalllineal, Klinge regelmässig abbrechen – eine stumpfe Klinge rutscht leichter ab. Für Klassen lohnen sich Cutter mit Klingenarretierung. Zum präzisen Anzeichnen gehören harte Bleistifte, Geodreiecke und Stahlmassstäbe in jede Werkraumkiste.
Sicher arbeiten mit Schneidwerkzeug und Klebstoff
Im TTG-Unterricht sind Sicherheitsregeln Teil des Lernziels: Schülerinnen und Schüler sollen Werkzeuge sachgerecht und sicher einsetzen lernen. Für das Kleinmaterial haben sich diese Regeln bewährt:
- Cutter: immer vom Körper weg schneiden, die Haltehand hinter dem Lineal. Klinge nach dem Schnitt sofort einfahren. Abgebrochene Klingenstücke gehören in einen verschliessbaren Behälter, nicht in den Papierkorb.
- Scheren: Für jüngere Kinder abgerundete Spitzen, für ältere spitze Scheren für präzise Schnitte. Linkshänderscheren bereithalten.
- Heissleim: Fester Platz mit hitzebeständiger Unterlage, Gerät nie unbeaufsichtigt eingeschaltet lassen, ein Gefäss mit kaltem Wasser in der Nähe.
- Lösungsmittelhaltige Klebstoffe: nur bei guter Lüftung und in kleinen Mengen ausgeben.
Hilfreich ist es, die Regeln als Plakat am jeweiligen Arbeitsplatz aufzuhängen und neue Werkzeuge in einer kurzen Demonstration einzuführen. So wird Sicherheit zur Routine statt zur Ermahnung. Beim Bestellen lohnt es sich, Ersatzklingen und Schneidematten gleich mitzuplanen – eine zerschnittene Tischplatte ist teurer als eine Matte. Auch Pflaster und eine kleine Notfallapotheke gehören in jeden Werkraum.
Planung und Ordnung im Werkraum
Ein gut organisierter Werkraum spart Lektionszeit. Diese Grundsätze haben sich bewährt:
- Materialliste pro Unterrichtseinheit: Rechnen Sie Verbrauchsmaterial mit Reserve für Fehlversuche und Prototypen.
- Klar beschriftete Boxen: Jedes Material hat einen festen Platz, Werkzeug wird nach der Lektion gezählt.
- Jahresbestellung bündeln: Grundmaterial einmal im Jahr bestellen, nur Spezielles projektbezogen nachkaufen.
Eine ausführliche Liste finden Sie im Ratgeber Grundausstattung für den TTG-Werkraum, Tipps zur Budgetplanung unter Materialbudget der Schule clever einteilen. Ergänzendes Material finden Sie auf den Seiten Bastelmaterial und Schulmaterial.
Hinter dem Materialkollektiv stehen Menschen aus Gestaltung und Unterricht, die den Werkraum aus eigener Erfahrung kennen. Jede Bestellung wird persönlich geprüft und vor dem Versand bestätigt.



