Studienqualität oder Künstlerqualität?
Die meisten Farbhersteller bieten ihre Farben in zwei oder drei Qualitätsstufen an. Der Unterschied liegt nicht im Namen, sondern in der Rezeptur:
| Merkmal | Studienqualität | Künstlerqualität |
|---|---|---|
| Pigmentanteil | geringer, mehr Füllstoffe | hoch, oft reine Einzelpigmente |
| Farbtöne | teils mit Ersatzpigmenten nachgestellt (oft mit «Hue» bezeichnet) | originale Pigmente, auch teure wie Cadmium oder Kobalt |
| Lichtechtheit | uneinheitlich | bei den meisten Tönen sehr gut, auf der Tube angegeben |
| Mischverhalten | Mischungen werden schneller trüb | klare, leuchtende Mischungen |
Für Übungsarbeiten, grossflächige Untermalungen und Experimente ist Studienqualität völlig ausreichend. Für Arbeiten, die ausgestellt oder verkauft werden, lohnt sich Künstlerqualität – vor allem wegen der Lichtechtheit. Ein bewährter Mittelweg: Kaufen Sie die Farben, die Sie am häufigsten in Mischungen verwenden, in Künstlerqualität, und ergänzen Sie selten gebrauchte Töne in Studienqualität.
Eine sinnvolle Grundpalette zusammenstellen
Wer neu einkauft, greift oft zum grossen Set mit 24 Farben. Sinnvoller ist eine kleine, gut gewählte Palette, aus der Sie fast alles mischen können:
- ein warmes und ein kaltes Gelb (z. B. ein rötliches und ein grünliches Gelb),
- ein warmes und ein kaltes Rot,
- ein warmes und ein kaltes Blau (etwa Ultramarin und Phthaloblau),
- ein Erdton wie gebrannte Siena oder Umbra,
- Titanweiss in einer grösseren Tube.
Schwarz brauchen Sie seltener als gedacht – ein Mischschwarz aus Blau und Umbra wirkt meist lebendiger. Diese doppelte Grundfarbenpalette funktioniert für Acryl, Öl und Gouache gleichermassen. Warum das so ist und wie Sie damit gezielt mischen, zeigt der Ratgeber Farbenlehre: Grundfarben richtig mischen. Konkrete Empfehlungen zu den einzelnen Farbsorten finden Sie auf unseren Seiten zu Acrylfarben und Aquarellfarben und Gouache.
Malgrund, Pinsel und Hilfsmittel
Farbe ist nur ein Teil des Ergebnisses. Mindestens so wichtig ist, worauf und womit Sie malen.
Der passende Malgrund
Grundierte Leinwand auf Keilrahmen ist der Klassiker für Acryl und Öl. Malkarton ist günstiger, platzsparend und ideal für Studien. Papier eignet sich für Aquarell, Gouache und Mischtechniken – hier entscheidet die Grammatur, wie viel Wasser das Blatt verträgt, ohne sich zu wellen. Wer für den Unterricht oder für Serien viele Formate braucht, fährt mit Malkarton oder schwerem Papier oft wirtschaftlicher als mit einzelnen Keilrahmen.
Pinsel nach Technik wählen
Für pastose Acryl- und Ölmalerei brauchen Sie steife Borsten- oder robuste Synthetikpinsel, für Aquarell weiche Pinsel mit guter Wasseraufnahme und feiner Spitze. Ein Pinsel, der für die falsche Technik gekauft wurde, ist schnell verschlissen. Mehr dazu auf der Seite Pinsel für Malerei und Unterricht.
Malmittel und Schutz
Malmittel verändern Glanz, Transparenz und Trocknungszeit. Für den Abschluss schützt ein Firnis Acryl- und Ölbilder vor Staub und UV-Licht, während Fixativ Kohle- und Pastellzeichnungen vor dem Verwischen bewahrt. Testen Sie Firnis immer zuerst auf einem Probestück, da er Farbtöne leicht vertiefen kann.
Material pflegen und länger nutzen
Künstlerbedarf in guter Qualität hält lange, wenn Sie ein paar Gewohnheiten pflegen:
- Tuben sauber verschliessen: Wischen Sie das Gewinde ab, bevor Sie den Deckel aufschrauben. Eingetrocknete Farbe im Gewinde ist der häufigste Grund, warum Deckel abreissen und Tuben austrocknen.
- Kühl und frostfrei lagern: Acryl- und Gouachefarben auf Wasserbasis vertragen keinen Frost. Ein Atelier im ungeheizten Nebengebäude ist im Winter kein guter Lagerort.
- Pinsel nie im Wasserglas stehen lassen: Die Haare verbiegen sich dauerhaft, und bei Holzstielen löst sich mit der Zeit die Zwinge.
- Papier flach und trocken aufbewahren: Feuchtigkeit lässt Papier wellig werden und kann die Leimung verändern, was sich später beim Aquarellieren zeigt.
- Nassfarbpalette nutzen: Für Acryl verlängert eine feucht gehaltene Palette die Verarbeitungszeit deutlich und reduziert den Farbverlust.
Wie Sie Pinsel nach Acryl, Öl und Aquarell richtig auswaschen, beschreibt der Ratgeber Pinsel richtig reinigen und pflegen.
Für Ateliers, Kunstschulen und freischaffende Künstler:innen
Unser Künstlerbedarf richtet sich an Menschen, die regelmässig mit Material arbeiten: freischaffende Künstler:innen, Ateliergemeinschaften, Kunstschulen und Anbieter von Mal- und Zeichenkursen. Gerade wenn mehrere Personen dasselbe Material nutzen, lohnt sich eine überlegte Grundausstattung, die nicht bei jedem Projekt neu zusammengesucht werden muss.
Jede Bestellung wird persönlich geprüft und vor dem Versand bestätigt. Der Versand in die ganze Schweiz kostet pauschal CHF 15. Wenn Sie ein Atelier neu einrichten oder einen Kursraum ausstatten, lohnt sich ein Blick auf die Seite Atelierbedarf, wo es um Grossgebinde, Ablage und Arbeitsplatz geht.



