Atelierbedarf ist mehr als Farbe
Wer ein Atelier einrichtet, denkt zuerst an Farben und Leinwände. Im Alltag zeigt sich aber, dass vor allem das unscheinbare Material fehlt: Kreppband zum Abkleben von Papier, Lappen, Paletten, Gläser, Etiketten für Farbmischungen, Ordner für Skizzen und Unterlagen. Gerade in Gemeinschaftsateliers und Kunstschulen ist es dieses Verbrauchsmaterial, das den Betrieb am Laufen hält.
Eine strukturierte Liste für die Erstausstattung finden Sie im Ratgeber Atelier einrichten: Die Checkliste. Für einzelne Farbbereiche lohnt ein Blick auf unsere Seiten zu Acrylfarben und Aquarellfarben und Gouache.
Hilfreich ist es, den Atelierbedarf in drei Gruppen zu denken: Material, das ins Werk eingeht (Farben, Malgründe, Papier), Werkzeug, das lange hält (Pinsel, Spachtel, Schneidwerkzeug, Lineale), und Verbrauchsmaterial, das laufend nachgekauft wird (Klebeband, Lappen, Abdeckfolie, Etiketten). Wer diese Gruppen getrennt plant, kann beim Werkzeug gezielt auf Qualität setzen und beim Verbrauchsmaterial auf ausreichende Mengen achten. Gerade Kunstschulen mit vielen Kursen profitieren davon, Verbrauchsmaterial in grösseren Mengen vorrätig zu halten, damit kein Kurs wegen fehlenden Kreppbands improvisieren muss.
Studienqualität oder Künstlerqualität?
Viele Hersteller, darunter Talens, bieten Farben in mehreren Qualitätsstufen an. Der Unterschied liegt vor allem im Pigmentanteil, in der Lichtbeständigkeit und in der Reinheit der Farbtöne:
- Studienqualität: günstiger im Verbrauch, für Übungen, Studien, grossformatige Untermalungen und den Kursbetrieb.
- Künstlerqualität: höherer Pigmentanteil, bessere Deckkraft und Lichtbeständigkeit – für Arbeiten, die ausgestellt oder verkauft werden.
Ein bewährter Weg in Ateliers: Die Grundfarben, die in grossen Mengen verbraucht werden – Weiss vor allem –, in Studienqualität und grossen Gebinden anschaffen, Spezialtöne und Lasurfarben in Künstlerqualität. Für Kunstschulen gilt Ähnliches: Im Grundkurs genügt Studienqualität, in fortgeschrittenen Klassen lohnt sich der Unterschied.
Malgrund vorbereiten und schützen
Der Malgrund beeinflusst, wie Farbe haftet, wie sie trocknet und wie lange ein Bild hält. Ein Überblick über die gängigen Varianten:
| Malgrund | Stärken | Geeignet für |
|---|---|---|
| Papier | günstig, vielseitig, gut zu lagern | Studien, Aquarell, Gouache, Zeichnung |
| Malkarton | stabil, platzsparend | Acryl- und Ölstudien, Kurse |
| Leinwand auf Keilrahmen | leicht, gross möglich, klassisch | ausgearbeitete Bilder, Ausstellungen |
Grundieren Sie saugende Untergründe wie Holz, Karton oder ungrundiertes Papier vor der Acryl- oder Ölmalerei mit einer geeigneten Grundierung. Wie Sie fertige Arbeiten schützen, erklärt Firnis und Fixativ, die Wahl des richtigen Untergrunds der Ratgeber Leinwand, Malkarton oder Papier?
Material lagern – damit nichts verdirbt
Im Atelier geht erstaunlich viel Material nicht durch Gebrauch verloren, sondern durch falsche Lagerung. Einige Grundregeln:
- Farben vor Frost und Hitze schützen: Wasserbasierte Farben wie Acryl und Gouache vertragen keinen Frost. Ein ungeheizter Lagerraum im Winter kann ganze Gebinde unbrauchbar machen.
- Tuben und Flaschen sauber verschliessen: Gewinde vor dem Zudrehen abwischen, sonst verklebt der Deckel. Angebrochene Gebinde zuerst aufbrauchen.
- Papier flach und trocken lagern: Bogenpapier liegend in Planschränken oder Mappen, nicht gerollt und nicht in feuchten Kellern. Feuchtigkeit wellt das Papier und kann Stockflecken verursachen.
- Licht meiden: Farbiges Papier und Tonkarton bleichen am Fenster schnell aus.
- Lösungsmittel und Sprays getrennt aufbewahren: gut belüftet, fern von Wärmequellen und für Kinder unzugänglich.
Ein einfaches System hilft im Alltag: Neues Material kommt hinten ins Regal, Angebrochenes nach vorne. Beschriften Sie Boxen nach Materialgruppen und notieren Sie auf Gebinden das Anbruchdatum. So behalten Sie den Überblick, auch wenn mehrere Personen im selben Atelier arbeiten, und erkennen rechtzeitig, was für die nächste Bestellung auf die Liste gehört.
Kunstschulen und Gemeinschaftsateliers organisieren
Wo viele Menschen dasselbe Material nutzen, braucht es klare Abläufe. Einige Erfahrungen aus Kunstschulen und Propädeutika:
- Gemeinsames und persönliches Material trennen. Teures Werkzeug gehört zur Grundausstattung, persönliche Pinsel und Skizzenbücher bringt jede Person selbst mit.
- Verbrauch dokumentieren. Eine einfache Liste, welche Farbe wann aufgebraucht war, erleichtert die nächste Bestellung.
- Materialstationen einrichten. Farben, Pinselreinigung und Papier je an einem festen Ort; beschriftete Boxen statt offener Regale.
- Bestellungen bündeln. Eine Sammelbestellung pro Semester ist übersichtlicher als viele kleine.
Wenn Sie Kurse anbieten, finden Sie weitere Hinweise auf der Seite Material für Kurse und Workshops. Ein breites Sortiment für die Malerei bietet Künstlerbedarf.
Hinter dem Materialkollektiv stehen Menschen aus Gestaltung und Unterricht, die selbst in Ateliers und Kunstschulen arbeiten. Jede Bestellung wird persönlich geprüft und vor dem Versand bestätigt.



