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Malen mit Wasserfarben

Aquarellfarben und Gouache – transparent und deckend malen

Aquarell und Gouache sind beide wasserlösliche Farben mit Gummi arabicum als Bindemittel – und doch arbeiten sie ganz unterschiedlich. Aquarell lebt vom Licht, das durch die Farbschicht vom Papier zurückstrahlt, Gouache von satten, deckenden Flächen. Hier erfahren Sie, welche Farbe zu welchem Vorhaben passt.

Aquarellfarben und Gouache kaufen – Symbolbild
  • Aquarellfarben

    Näpfchen, Tuben und Reisekästen in Studien- und Künstlerqualität, unter anderem von Talens.

  • Gouache und Deckfarben

    Deckende Wasserfarben für Illustration, Plakatgestaltung und den Unterricht, etwa von Caran d'Ache und Talens.

  • Aquarellstifte

    Wasservermalbare Farbstifte und Wachspastelle für Skizzen unterwegs und Mischtechniken.

  • Papier und Zubehör

    Aquarellblöcke, Mischpaletten, Wassertankpinsel und Abdeckflüssigkeit.

Aquarell oder Gouache – der Unterschied in der Praxis

Der wichtigste Unterschied liegt in der Deckkraft. Aquarellfarben sind lasierend: Helle Töne entstehen, indem Sie mehr Wasser zugeben und das weisse Papier durchscheinen lassen. Weiss als Farbe wird kaum verwendet, helle Stellen werden ausgespart. Gouache enthält mehr Pigment, oft ergänzt durch Füllstoffe, und deckt. Helle Töne mischen Sie mit Weiss, und Sie können helle Farbe auf dunkle setzen.

AquarellGouache
Deckkrafttransparentdeckend, matt
Korrekturenschwierig, Lichter müssen geplant werdengut möglich, Übermalen erlaubt
Typischer EinsatzLandschaft, Naturstudien, SkizzenIllustration, Plakate, Farbstudien, Entwürfe

Beide Farben bleiben nach dem Trocknen wieder anlösbar. Das ist praktisch, um Kanten weich zu machen, bedeutet aber auch: Wer Gouache in mehreren Schichten übereinander malt, sollte zügig und mit wenig Wasser arbeiten, damit die untere Schicht nicht wieder aufweicht. Einen ausführlichen Vergleich mit Acryl bietet der Ratgeber Acryl, Gouache oder Aquarell?.

Näpfchen oder Tuben?

Aquarellfarben gibt es in zwei Darreichungsformen, die sich gut ergänzen:

  • Näpfchen (halbe oder ganze) sind kompakt, sofort einsatzbereit und ideal für unterwegs und für kleine Formate. Befeuchten Sie die Näpfchen vor Arbeitsbeginn mit einem Tropfen Wasser, dann lösen sie sich leichter.
  • Tuben liefern schnell grosse Farbmengen für Lavierungen und grosse Formate. Restfarbe auf der Palette trocknet ein und kann später wieder angelöst werden – nichts geht verloren.

Ein bewährter Trick: Füllen Sie leere Näpfchen mit Tubenfarbe und lassen Sie diese einige Tage trocknen. So stellen Sie sich einen individuellen Reisekasten mit genau den Farben zusammen, die Sie wirklich brauchen.

Achten Sie bei Künstlerfarben auf die Pigmentangaben auf dem Etikett. Manche Pigmente granulieren, das heisst, sie setzen sich körnig in der Papierstruktur ab – ein reizvoller Effekt für Himmel und Felsen. Andere färben stark ein und lassen sich kaum wieder heben. Einzelpigment-Farben ergeben sauberere Mischungen als Farben, die schon aus mehreren Pigmenten gemischt sind.

Ergänzungen: Aquarellstifte und Abdeckflüssigkeit

Aquarellstifte und wasservermalbare Wachspastelle verbinden Zeichnen und Malen: Sie zeichnen trocken und lösen die Linien anschliessend mit einem feuchten Pinsel an. Das ist ideal für Skizzen unterwegs und für den Einstieg mit Kindern, weil die Farbe kontrolliert auf das Papier kommt. Abdeckflüssigkeit (Maskierflüssigkeit) schützt Lichter, die weiss bleiben sollen. Tragen Sie sie mit einem alten Pinsel oder einem Gummispachtel auf und rubbeln Sie sie erst ab, wenn die Farbe vollständig getrocknet ist.

Ohne passendes Papier geht es nicht

Bei Aquarell entscheidet das Papier mindestens so viel wie die Farbe. Die wichtigsten Merkmale:

  • Grammatur: Ab etwa 300 g/m² wellt sich Papier auch bei nassen Techniken kaum. Leichtere Papiere sollten Sie vor dem Malen aufspannen.
  • Oberfläche: Raues Papier betont Struktur und Granulation, feinkörniges ist der vielseitige Standard, satiniertes Papier eignet sich für feine Details und Illustration.
  • Material: Papier aus Baumwolle nimmt Wasser gleichmässiger auf und verzeiht mehr als Zellulosepapier. Für Übungen ist Zellulosepapier aber völlig ausreichend.

Blockverleimte Aquarellblöcke sind an allen vier Seiten verklebt und halten das Blatt während des Malens plan. Lösen Sie das Blatt erst, wenn es vollständig trocken ist. Alles Weitere erklärt der Ratgeber Aquarellpapier richtig wählen. Für Gouache genügt meist ein glattes, schweres Zeichen- oder Illustrationspapier.

Wasserfarben im Unterricht

Im Schulalltag sind deckende Wasserfarben im Kasten der Standard: Sie verzeihen Fehler, lassen sich übermalen und eignen sich auch für dunkles Papier. Für die Arbeit mit einer ganzen Klasse helfen ein paar Routinen:

  1. Zwei Wassergläser pro Platz: eines zum Auswaschen, eines mit sauberem Wasser zum Malen. Die Farben bleiben so deutlich klarer.
  2. Pinsel nicht im Napf drehen und drücken. Die Näpfchen sind schnell ausgehöhlt, und die Spitze des Pinsels leidet.
  3. Kasten offen trocknen lassen. Ein feucht geschlossener Farbkasten wird muffig und verklebt.
  4. Ersatznäpfchen einplanen. Weiss, Gelb und Blau sind meist zuerst leer. Mit Ersatznäpfchen lassen sich Kästen über Jahre nutzen.

Weiche Haarpinsel mit guter Spitze sind für Aquarell unverzichtbar; eine Übersicht finden Sie auf der Seite Pinsel für Malerei und Unterricht. Für die Ausstattung des ganzen Fachraums lohnt ein Blick auf Material für Bildnerisches Gestalten, für zeichnerische Vorarbeiten auf Zeichenmaterial.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Aquarell und Gouache?

Aquarellfarbe ist transparent, helle Töne entstehen durch mehr Wasser und das durchscheinende Papier. Gouache ist deckend und matt, helle Töne werden mit Weiss gemischt.

Welches Papier brauche ich für Aquarell?

Empfehlenswert ist Aquarellpapier ab etwa 300 g/m², damit es sich bei nassen Techniken kaum wellt. Papier aus Baumwolle nimmt Wasser besonders gleichmässig auf.

Sind Näpfchen oder Tuben besser?

Näpfchen sind kompakt und ideal für unterwegs und kleine Formate. Tuben eignen sich besser für grosse Flächen und Lavierungen.

Kann man Gouache übermalen?

Ja, Gouache deckt und lässt sich übermalen. Da sie wieder anlösbar bleibt, sollten Sie obere Schichten zügig und mit wenig Wasser auftragen.