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Papier & Druck

Tonpapier, Tonkarton, Fotokarton – die Unterschiede

Drei Begriffe, die oft verwechselt werden: Wir zeigen, worin sich Tonpapier, Tonkarton und Fotokarton unterscheiden und wofür sie sich eignen.

Redaktion Materialkollektiv4 Min. Lesezeit

Tonpapier, Tonkarton, Fotokarton – die Unterschiede – Symbolbild

Farbiges Papier und farbiger Karton gehören zur Grundausstattung jedes Werkraums, jeder Kita und jedes Kursateliers. In Katalogen und Materiallisten tauchen dabei drei Begriffe immer wieder auf: Tonpapier, Tonkarton und Fotokarton. Sie klingen ähnlich, unterscheiden sich aber deutlich in Gewicht, Steifigkeit und Einsatzbereich. Wer den Unterschied kennt, bestellt passender und spart sich Frust beim Basteln.

Woher die Namen kommen

Mit «Ton» ist nicht der Werkstoff zum Töpfern gemeint, sondern der Farbton: Tonpapier ist getöntes, also durchgefärbtes Papier. Die Farbe ist nicht nur aufgedruckt, sondern steckt in der ganzen Papiermasse. Deshalb bleibt eine Schnittkante farbig, und Vorder- und Rückseite sehen in der Regel gleich aus.

Auch der Begriff Fotokarton ist historisch: Solcher Karton wurde früher gerne als Hintergrund und Unterlage für Fotos genutzt, etwa in Fotoalben. Heute ist er vor allem ein stabiler, farbiger Bastelkarton.

Die drei Sorten im Vergleich

Die Grammaturen schwanken je nach Hersteller etwas. Als Orientierung haben sich folgende Werte eingebürgert:

Sorte Grammatur ungefähr Eigenschaften Typische Projekte
Tonpapier 120–130 g/m² biegsam, gut zu falten und zu reissen Laternenfenster, Faltarbeiten, Collagen, Mosaike, Girlanden
Tonkarton ca. 220 g/m² formstabil, noch gut zu schneiden Karten, Masken, Kronen, Sterne, Schachteln
Fotokarton ca. 300 g/m² steif und robust Modelle, Aufsteller, Laternengerüste, Präsentationsflächen, Schablonen

Was die Zahl g/m² genau bedeutet, erklärt der Ratgeber Papiergewicht und Grammatur.

Welche Sorte für welches Projekt?

Tonpapier

Tonpapier ist das vielseitigste der drei Materialien. Es lässt sich mit der Kinderschere schneiden, gut falten und reissen. Für Reisscollagen, Scherenschnitte oder Faltsterne ist es ideal. Weil es relativ dünn ist, eignet es sich nur bedingt für Dinge, die stehen oder tragen sollen. Leicht durchscheinend wirkt es, wenn Licht dahinter fällt – schön für Fensterbilder in Kombination mit Transparentpapier.

Tonkarton

Tonkarton ist der Allrounder für Projekte, die etwas Stabilität brauchen, aber trotzdem mit der Schere bearbeitet werden sollen. Klappkarten stehen damit auf dem Tisch, Masken behalten ihre Form, und kleine Schachteln halten zusammen. Vor dem Falten sollte er gerillt werden, damit der Knick sauber wird.

Fotokarton

Fotokarton kommt zum Einsatz, wenn es wirklich stabil sein muss: Grundplatten, Aufsteller, Modellteile, Schablonen zum Nachzeichnen oder Hintergründe für Ausstellungen. Mit der Kinderschere wird es mühsam, für gerade Schnitte ist ein Cutter mit Stahllineal besser. Schwarzer Fotokarton ist zudem ein klassischer Hintergrund, um Zeichnungen oder Fotos bei Ausstellungen wirkungsvoll zu präsentieren. Für dreidimensionale Arbeiten empfiehlt sich auch der Ratgeber Modellbau mit Karton im Unterricht.

Schneiden, Falzen, Kleben

  • Schneiden: Tonpapier und dünner Tonkarton mit einer guten Schere, Fotokarton mit dem Cutter auf einer Schneidematte. Führen Sie den Cutter immer vom Körper weg, mit einem Stahllineal als Anschlag, und halten Sie die Finger hinter der Linealkante. Lieber mehrere leichte Schnitte statt eines kräftigen.
  • Rillen: Vor dem Falten von Karton mit einem Falzbein oder einer stumpfen Scherenspitze entlang eines Lineals eine Rille ziehen. Dann knickt der Karton genau dort und bricht nicht.
  • Laufrichtung beachten: Karton lässt sich parallel zur Faserrichtung leichter und sauberer falten. Testen Sie die Richtung, indem Sie ein Stück in beide Richtungen leicht biegen: Der geringere Widerstand zeigt die Laufrichtung.
  • Kleben: Für Tonpapier reicht ein Klebestift. Für Tonkarton und Fotokarton halten Bastelleim oder doppelseitiges Klebeband zuverlässiger.

Ausführliche Techniken zeigt der Ratgeber Papiertechniken: Falten, Schneiden, Kleben.

Formate und Mengen planen

Tonpapier und Karton gibt es in einzelnen Bogen, häufig im Format 50 × 70 cm, sowie in Packungen in A4 oder A3, oft als Farbsortiment. Grosse Bogen sind flexibel, weil Sie sie selbst auf das benötigte Mass zuschneiden können. Für einen Klassensatz lohnt sich die Überlegung: Aus einem Bogen 50 × 70 cm lassen sich vier Stücke von etwa 25 × 35 cm schneiden, das ist etwas grösser als A4. Mehr zur Mengenplanung lesen Sie im Ratgeber Klassensätze richtig planen und bestellen.

Planen Sie bei der Farbwahl eher mit einem Grundsortiment und ergänzen Sie Lieblingsfarben gezielt. Weiss, Schwarz, Rot, Gelb, Blau und Grün werden in der Regel am meisten gebraucht, Braun- und Hauttöne im Herbst und bei Figuren.

Bewährt hat sich ausserdem eine Restekiste: Verschnitte, die beim Zuschneiden übrig bleiben, kommen nach Farben sortiert in eine flache Schachtel. Für Mosaike, Collagen, Augen, Knöpfe oder kleine Details reichen diese Stücke völlig aus, und es landet deutlich weniger Material im Altpapier. Kinder lernen dabei ganz nebenbei, sparsam mit Material umzugehen und Formen geschickt auf einem Bogen anzuordnen, bevor sie schneiden.

Lagerung und Lichtbeständigkeit

Lagern Sie Tonpapier und Karton flach, trocken und vor Licht geschützt, idealerweise in Planschränken oder Schubladen. Gerollte oder hochkant gelagerte Bogen bekommen Knicke und wellen sich. Farbige Papiere bleichen im Sonnenlicht aus: Ein Fensterbild aus Tonpapier verliert nach einigen Wochen am sonnigen Fenster sichtbar an Farbe. Für Arbeiten, die lange aufgehängt bleiben, lohnt sich ein Platz ohne direkte Sonne. Angebrochene Packungen in A4 oder A3 bleiben in einer beschrifteten Kartonmappe oder einem flachen Ablagekorb übersichtlich, und die Farben lassen sich auf einen Blick finden.

Kurz zusammengefasst

  • Tonpapier: dünn, flexibel, für Falten, Reissen und Kleben
  • Tonkarton: mittel, für Karten, Masken und einfache Konstruktionen
  • Fotokarton: stabil, für Modelle, Aufsteller und Präsentation

Farbige Papiere und Kartons in vielen Farben und Formaten finden Sie in unserem Bereich Bastelmaterial.

Dieser Ratgeber stammt von der Redaktion Materialkollektiv – Menschen aus Gestaltung und Unterricht, die das Material im Alltag selbst einsetzen.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Tonkarton und Fotokarton?

Tonkarton wiegt meist um 220 g/m² und lässt sich noch gut mit der Schere schneiden. Fotokarton liegt bei etwa 300 g/m² und ist deutlich steifer und stabiler.

Ist Tonpapier beidseitig farbig?

Ja, Tonpapier ist durchgefärbt. Die Farbe steckt in der ganzen Papiermasse, deshalb sind Vorder- und Rückseite gleich und auch Schnittkanten farbig.

Warum bricht mein Karton beim Falten?

Meist wurde nicht vorgerillt oder quer zur Laufrichtung gefaltet. Ziehen Sie vor dem Falten mit Falzbein und Lineal eine Rille und falten Sie möglichst parallel zur Faser.