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Papier & Druck

Papiergewicht und Grammatur erklärt

80, 120 oder 300 g/m²? Wir erklären, was die Grammatur aussagt, wo die Grenzen zwischen Papier und Karton liegen und welches Gewicht sich wofür eignet.

Redaktion Materialkollektiv4 Min. Lesezeit

Papiergewicht und Grammatur erklärt – Symbolbild

Auf jeder Papierverpackung steht eine Zahl mit der Einheit g/m². Sie verrät mehr, als man denkt: ob ein Blatt durchscheint, ob es sich falten lässt, ob es im Drucker sauber durchläuft oder ob eine Karte stabil auf dem Tisch steht. Wer die Grammatur versteht, bestellt gezielter und erlebt im Unterricht, im Büro oder im Atelier weniger Überraschungen.

In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie das Papiergewicht definiert ist, welche Grammaturen sich für welche Zwecke bewährt haben und weshalb ein schweres Papier nicht automatisch ein dickes Papier ist.

Was bedeutet g/m²?

Die Grammatur gibt an, wie viele Gramm ein Quadratmeter des Papiers wiegt. Ein Papier mit 80 g/m² bringt also pro Quadratmeter 80 Gramm auf die Waage. Weil ein A0-Bogen genau einen Quadratmeter misst und ein A4-Blatt ein Sechzehntel davon ist, lässt sich das Gewicht eines einzelnen Blattes leicht ausrechnen: Ein A4-Blatt mit 80 g/m² wiegt 5 Gramm. Ein Paket mit 500 Blatt kommt damit auf rund 2,5 Kilogramm – praktisch zu wissen, wenn Sie Papierlieferungen für ein ganzes Schulhaus im Materialraum verstauen.

Mehr zu den Formaten und ihrem Verhältnis zueinander lesen Sie im Ratgeber Papierformate von A0 bis A6.

Papier, Karton, Pappe – wo liegen die Grenzen?

Im Alltag wird alles «Papier» genannt, was dünn und flach ist. Fachlich unterscheidet man nach Flächengewicht. Die Übergänge sind fliessend und werden je nach Quelle und Hersteller leicht unterschiedlich gezogen. Als Orientierung gilt:

  • Papier: bis etwa 150 g/m²
  • Karton: ungefähr 150 bis 600 g/m²
  • Pappe: darüber, also sehr steife Materialien wie Graupappe für Buchdeckel oder Modelle

Im Bastel- und Schulbereich begegnen Ihnen zusätzlich Begriffe wie Tonpapier, Tonkarton und Fotokarton. Was diese drei unterscheidet, zeigt der Ratgeber Tonpapier, Tonkarton, Fotokarton.

Welche Grammatur wofür?

Die folgende Tabelle gibt typische Einsatzbereiche wieder. Es handelt sich um bewährte Richtwerte aus der Praxis, nicht um feste Regeln.

Grammatur Typische Verwendung Eigenschaften
60–70 g/m² Notizblöcke, Durchschreibpapier, Entwürfe leicht, scheint deutlich durch
80 g/m² Kopien, Arbeitsblätter, Alltagsdrucke Standard für fast alle Bürodrucker
90–100 g/m² Briefe, Bewerbungen, beidseitige Drucke griffiger, weniger durchscheinend
120–160 g/m² Flyer, Deckblätter, Zeichenübungen formstabil, angenehm in der Hand
200–250 g/m² Postkarten, Einladungen, Aquarellübungen kartonartig, steht als Klappkarte
300 g/m² und mehr Aquarellpapier, Fotokarton, Mappen steif, oft nur manuell bedruckbar

Für Arbeitsblätter im Schulalltag reichen 80 g/m² völlig. Wer viele Blätter beidseitig druckt oder Arbeitsblätter mit grossen Bildflächen gestaltet, ist mit 90 oder 100 g/m² besser bedient, weil weniger von der Rückseite durchschimmert. Hinweise zur Wahl des passenden Kopierpapiers finden Sie im Ratgeber Das richtige Druckerpapier wählen.

Grammatur ist nicht gleich Dicke

Zwei Papiere mit identischer Grammatur können sich sehr unterschiedlich anfühlen. Der Grund ist das sogenannte Volumen: Es beschreibt, wie locker oder dicht die Fasern liegen. Ein voluminöses Papier wirkt bei gleichem Gewicht dicker und griffiger, ein stark verdichtetes oder gestrichenes Papier dünner und glatter. Deshalb geben manche Hersteller zusätzlich die Dicke in Mikrometern (µm) an.

Für die Praxis heisst das: Wenn ein Drucker, ein Laminiergerät oder eine Bindemaschine eine Maximaldicke vorgibt, lohnt sich der Blick auf beide Angaben. Ein ungestrichenes Naturpapier mit 120 g/m² kann dicker sein als ein glänzend gestrichenes mit 130 g/m².

Was verträgt Ihr Drucker?

Die meisten Bürodrucker verarbeiten im Standardfach Papier zwischen etwa 60 und 120 g/m². Schwerere Sorten laufen häufig nur über den manuellen Einzug oder das Mehrzweckfach, weil das Papier dort einen geraderen Weg durch das Gerät nimmt. Die genauen Werte stehen im Handbuch oder in den technischen Daten Ihres Modells. Ein paar Tipps aus der Praxis:

  • Stellen Sie im Druckertreiber die passende Papiersorte ein, zum Beispiel «schweres Papier» oder «Karton». Beim Laserdrucker steuert diese Einstellung die Temperatur der Fixiereinheit.
  • Legen Sie schwere Bogen in kleinen Stapeln ein, statt das Fach zu füllen.
  • Drucken Sie bei Karton zuerst ein einzelnes Testblatt.
  • Achten Sie auf die Laufrichtung: Karton, der quer zur Faser durch den Drucker läuft, wellt sich eher und kann sich verklemmen.

Grammatur im Unterricht und im Atelier

Im TTG- und BG-Unterricht entscheidet die Grammatur oft über das Gelingen einer Aufgabe. Für Faltarbeiten wie Origami eignen sich dünne Papiere um 70 bis 80 g/m², weil sich viele Lagen übereinander noch sauber falten lassen. Für Pop-up-Karten und kleine Schachteln braucht es 160 bis 250 g/m², damit die Konstruktion hält. Beim Malen mit Wasserfarben sollte das Papier deutlich schwerer sein: Unter 200 g/m² wellt es sich stark. Für Aquarell sind 300 g/m² ein bewährter Standard, mehr dazu im Ratgeber Aquarellpapier richtig wählen.

Ein einfacher Trick für die Klasse: Legen Sie Musterblätter verschiedener Grammaturen auf und lassen Sie die Schülerinnen und Schüler fühlen, falten und gegen das Licht halten. So entsteht ein Gespür für Material, das beim späteren Gestalten hilft.

Checkliste für die Bestellung

  • Wofür wird das Papier gebraucht – Druck, Kopie, Malerei, Faltarbeit, Modell?
  • Welche Maximalgrammatur verarbeitet der vorhandene Drucker?
  • Soll beidseitig gedruckt werden? Dann eher 90 g/m² oder mehr.
  • Braucht es Stabilität, zum Beispiel für Karten oder Deckblätter?
  • Kommt Wasser ins Spiel? Dann deutlich schwereres, dafür vorgesehenes Papier wählen.
  • Welches Format passt? A4 und A3 sind Standard, für Kunstprojekte auch grössere Bogen.

Eine breite Auswahl an Papieren in verschiedenen Grammaturen und Formaten finden Sie in unserem Bereich Papier und Etiketten. Jede Bestellung wird bei uns persönlich geprüft und vor dem Versand bestätigt – fällt uns etwa eine ungewöhnliche Kombination aus Papiersorte und Menge auf, melden wir uns.

Dieser Ratgeber stammt von der Redaktion Materialkollektiv – Menschen aus Gestaltung und Unterricht, die das Material im Alltag selbst einsetzen.

Häufige Fragen

Wie schwer ist ein A4-Blatt mit 80 g/m²?

Ein A4-Blatt misst ein Sechzehntel Quadratmeter und wiegt bei 80 g/m² genau 5 Gramm. Ein Paket mit 500 Blatt wiegt damit rund 2,5 Kilogramm.

Ab welcher Grammatur spricht man von Karton?

Als grobe Faustregel gilt Material ab etwa 150 g/m² als Karton. Die Grenze ist nicht ganz scharf und wird je nach Hersteller etwas unterschiedlich gezogen.

Kann ich 200 g/m² in meinem Bürodrucker bedrucken?

Viele Geräte schaffen das über den manuellen Einzug, nicht aber über das Standardfach. Prüfen Sie die technischen Daten Ihres Druckers und wählen Sie im Treiber die passende Papiersorte.