Ob Arbeitsblatt, Plakat oder Postkarte: Fast alle Papiere, die wir im Alltag verwenden, folgen einem einzigen, sehr durchdachten System. Die DIN-Formate wurden in Deutschland als Norm DIN 476 entwickelt und sind heute als ISO 216 international verbreitet – auch in der Schweiz sind sie der Standard für Büro, Schule und Druck.
Dieser Ratgeber zeigt die Masse der A-Reihe, erklärt das clevere Prinzip dahinter und ordnet die B- und C-Reihe ein, die Ihnen bei Mappen und Couverts begegnen.
Das Prinzip: Halbieren ohne Verzerren
Alle Formate der A-Reihe haben dasselbe Seitenverhältnis von 1 zu √2, also ungefähr 1 zu 1,414. Dieses Verhältnis hat eine besondere Eigenschaft: Halbiert man ein Blatt an der langen Seite, entstehen zwei Blätter mit exakt denselben Proportionen. Aus A3 werden zwei A4, aus A4 zwei A5 und so weiter.
Ausgangspunkt ist das Format A0 mit einer Fläche von genau einem Quadratmeter. Jede weitere Stufe hat die halbe Fläche der vorherigen. Daraus ergibt sich auch die einfache Gewichtsangabe im Ratgeber Papiergewicht und Grammatur: Ein A0-Bogen mit 80 g/m² wiegt 80 Gramm, ein A4-Blatt derselben Sorte 5 Gramm.
Für die Praxis bedeutet das: Vergrössern oder verkleinern Sie am Kopierer von A4 auf A3, wählen Sie 141 Prozent; von A4 auf A5 sind es 71 Prozent. Das Layout bleibt dabei unverzerrt.
Die A-Reihe im Überblick
| Format | Masse in mm | Typische Verwendung |
|---|---|---|
| A0 | 841 × 1189 | grosse Plakate, Pläne |
| A1 | 594 × 841 | Plakate, Flipchart-ähnliche Bogen |
| A2 | 420 × 594 | Poster, Zeichnungen im BG-Unterricht |
| A3 | 297 × 420 | Zeichenblätter, Übersichten, Tabellen |
| A4 | 210 × 297 | Briefe, Arbeitsblätter, Kopien |
| A5 | 148 × 210 | Hefte, Flyer, Notizbücher |
| A6 | 105 × 148 | Postkarten, Karteikarten |
| A7 | 74 × 105 | kleine Notizzettel, Etiketten |
Ein Merksatz hilft beim Kopfrechnen: Die kurze Seite eines Formats ist die halbe lange Seite des nächstgrösseren. A4 ist 210 mm breit, A3 ist 420 mm lang.
Die B-Reihe: die Formate dazwischen
Die B-Formate liegen in ihrer Grösse jeweils zwischen zwei A-Formaten. B4 misst 250 × 353 mm und ist damit grösser als A4, aber kleiner als A3. B5 mit 176 × 250 mm liegt zwischen A5 und A4. Die B-Reihe wird vor allem für Bücher, Plakate und Versandtaschen genutzt, in die A-Formate mit etwas Luft hineinpassen sollen – zum Beispiel ein dicker A4-Stapel in einem B4-Couvert.
Die C-Reihe: gemacht für Couverts
Die C-Formate sind etwas grösser als die entsprechenden A-Formate. Genau deshalb passen sie als Hülle: Ein A4-Blatt rutscht ungefaltet in ein C4-Couvert, ein A5-Blatt in ein C5-Couvert.
| Format | Masse in mm | Passender Inhalt |
|---|---|---|
| C4 | 229 × 324 | A4 ungefaltet |
| C5 | 162 × 229 | A5 oder A4 einmal gefaltet |
| C6 | 114 × 162 | A6 oder A4 zweimal gefaltet |
| DL | 110 × 220 | A4 in drei Teile gefaltet |
DL gehört streng genommen nicht zur C-Reihe, ist aber das klassische Langformat für Briefe. Alle Details zu Fenstern, Verschlüssen und Varianten finden Sie im Ratgeber Couverts: Formate und Fenster im Überblick.
Formate im Unterricht sinnvoll einsetzen
Gerade im BG- und TTG-Unterricht lohnt es sich, Formate bewusst zu wählen. A4 ist vertraut, bremst aber manchmal die Bewegung beim Zeichnen. Ein Wechsel auf A3 oder A2 fordert grössere Gesten, mehr Planung und eine andere Komposition. Umgekehrt zwingt ein kleines A6-Format zu Konzentration und Reduktion – ideal für schnelle Skizzenserien oder Druckgrafik.
- A6 und A5: Skizzenübungen, Karten, kleine Linolschnitte
- A4: Arbeitsblätter, Dokumentationen, Portfolios
- A3: Zeichnungen, Collagen, Planskizzen im Werken
- A2 und grösser: Gruppenarbeiten, Plakate, Malerei
Ein Tipp für die Planung: Wenn Schülerinnen und Schüler im Laufe eines Projekts zuerst Skizzen auf A5 und später die Endfassung auf A3 anfertigen, lassen sich die Entwürfe dank des gleichen Seitenverhältnisses direkt übertragen. Ein einfaches Raster – etwa vier mal vier Felder auf beiden Formaten – hilft beim proportionalen Vergrössern von Hand. Das funktioniert nur, weil alle A-Formate dieselben Proportionen haben; bei einem Wechsel auf ein quadratisches oder ein Zentimeterformat müsste die Komposition neu angepasst werden.
Auch für Portfolios und Dokumentationen lohnt sich die Formatlogik: Eine A3-Arbeit, einmal gefaltet, passt genau in eine A4-Mappe. Passendes Zeichenpapier in verschiedenen Formaten finden Sie bei unserem Zeichenmaterial.
Was tun mit Formaten ausserhalb der Norm?
Nicht alles ist DIN. Fotos werden traditionell in Zentimeterformaten wie 10 × 15 oder 13 × 18 cm gedruckt, Künstlerpapiere gibt es oft in Bogenformaten wie 50 × 70 cm, und Malblöcke haben häufig eigene Masse. Auch in Nordamerika gelten andere Formate: Das dortige «Letter» ist mit 216 × 279 mm breiter und kürzer als A4. Wer Vorlagen aus dem Internet herunterlädt, sollte deshalb vor dem Druck kontrollieren, ob das Dokument auf A4 eingestellt ist. Sonst werden Ränder abgeschnitten oder Inhalte verkleinert.
Beachten Sie ausserdem, dass die meisten Bürodrucker nicht randlos drucken. Rund um das Blatt bleibt ein schmaler, unbedruckter Streifen von einigen Millimetern. Gestalten Sie Vorlagen, die bis zum Rand reichen sollen, deshalb etwas grösser und schneiden Sie sie anschliessend auf das Endformat zu – oder planen Sie einen bewussten weissen Rand ein.
Tipps für Bestellung und Lagerung
- Prüfen Sie, welche Formate Ihr Drucker verarbeitet. Viele Bürogeräte drucken bis A4, Multifunktionsgeräte oft bis A3.
- Lagern Sie grosse Bogen flach, zum Beispiel in Planschränken oder Mappen, damit keine Knicke entstehen.
- Für Klassensätze lohnt es sich, grosse Bogen selbst zu teilen: Aus einem A2-Bogen werden vier A4-Blätter.
- Beschriften Sie Fächer im Materialschrank mit dem Format, so findet jede Lehrperson das Richtige.
Unser Sortiment an Papieren in Standard- und Sonderformaten finden Sie im Bereich Papier und Etiketten.


