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Papier & Druck

Das richtige Druckerpapier wählen

Papier ist nicht gleich Papier. Mit dem passenden Druckerpapier werden Ausdrucke schärfer, es gibt weniger Staus, und beidseitiger Druck sieht sauber aus.

Redaktion Materialkollektiv4 Min. Lesezeit

Das richtige Druckerpapier wählen – Symbolbild

Druckerpapier wirkt auf den ersten Blick austauschbar: weiss, A4, 500 Blatt pro Paket. Wer aber regelmässig druckt – im Sekretariat, im Lehrerzimmer oder im Atelier – merkt schnell die Unterschiede. Das eine Papier wellt sich, das andere scheint durch, ein drittes erzeugt mehr Staub im Gerät. Die gute Nachricht: Mit wenigen Kriterien finden Sie das passende Papier für Ihren Zweck.

Laser, Tinte oder beides?

Die meisten handelsüblichen Kopier- und Multifunktionspapiere sind für Laser- und Tintenstrahldrucker gleichermassen geeignet. Sie sind auf Hitze im Laserdrucker ebenso ausgelegt wie auf die Feuchtigkeit der Tinte. Für Alltagsdrucke reicht ein solches Universalpapier völlig.

Spezialpapiere sind dagegen oft auf ein Druckverfahren abgestimmt:

  • Inkjet-Papiere mit spezieller Oberfläche nehmen Tinte schnell auf und liefern brillantere Farben. Im Laserdrucker können sie Probleme machen, weil die Beschichtung nicht für hohe Temperaturen gedacht ist.
  • Laserpapiere für farbige Präsentationen sind besonders glatt und hitzebeständig. Im Tintenstrahldrucker trocknet die Tinte darauf mitunter langsamer.

Ein typisches Beispiel aus dem Schulalltag: Folien oder beschichtete Papiere für Tintenstrahldrucker, die versehentlich im Laserdrucker landen, können sich in der heissen Fixiereinheit verformen und das Gerät beschädigen. Kennzeichnen Sie Spezialpapiere im Materialschrank deshalb deutlich und lagern Sie sie getrennt vom normalen Kopierpapier. Lesen Sie bei Spezialpapieren immer die Angaben auf der Verpackung. Für Fotos gilt dies ganz besonders – mehr dazu im Ratgeber Fotopapier: matt, seidenmatt oder glänzend?

Die Grammatur: 80 g/m² als Standard

Für Kopien, Arbeitsblätter und interne Dokumente sind 80 g/m² der bewährte Standard. Ab 90 bis 100 g/m² wirkt das Papier hochwertiger, liegt besser in der Hand und scheint bei beidseitigem Druck weniger durch – ideal für Briefe, Offerten oder Elterninformationen. Für Dokumente, die öfter in die Hand genommen werden, etwa Anleitungen im Werkraum oder Laufblätter für Postenarbeiten, lohnt sich ebenfalls das etwas schwerere Papier: Es knickt weniger schnell und übersteht mehrere Lektionen besser. Leichtere Papiere unter 80 g/m² sind dagegen selten sinnvoll, da sie im Drucker eher zu Staus neigen und deutlich durchscheinen. Wie sich die Grammatur auswirkt und was Ihr Drucker verträgt, erklärt der Ratgeber Papiergewicht und Grammatur.

Weisse, Opazität und Oberfläche

Neben der Grammatur finden Sie auf vielen Verpackungen weitere Kennzahlen. Sie helfen beim Vergleich, solange Sie wissen, was sie bedeuten:

Angabe Bedeutung Praxis
Weisse (z. B. CIE-Wert) Wie hell und kühl das Papier wirkt Höhere Werte bedeuten ein strahlenderes Weiss und mehr Kontrast
Opazität Lichtundurchlässigkeit in Prozent Je höher, desto weniger scheint die Rückseite durch
Volumen bzw. Dicke Wie dick das Blatt bei gleicher Grammatur ist Voluminöse Papiere wirken griffiger
Oberfläche Glätte, eventuell Strich Glatte Papiere geben feine Schrift und Linien schärfer wieder

Hersteller verwenden zum Teil unterschiedliche Messverfahren. Vergleichen Sie Werte deshalb am besten innerhalb derselben Produktfamilie und machen Sie im Zweifel einen Probedruck.

Recycling oder Frischfaser?

Moderne Recyclingpapiere laufen in heutigen Bürodruckern problemlos und sind in verschiedenen Weissegraden erhältlich – vom naturgrauen Umweltpapier bis zu sehr hellen Sorten. Frischfaserpapiere bieten in der Regel die höchste Weisse und eine besonders gleichmässige Oberfläche. Welche Variante zu Ihnen passt, hängt von Einsatzzweck und Prioritäten ab. Eine ausführliche Gegenüberstellung lesen Sie im Ratgeber Recyclingpapier oder Frischfaser?

So vermeiden Sie Papierstaus

Viele Druckprobleme liegen nicht am Gerät, sondern am Umgang mit dem Papier. Diese Gewohnheiten haben sich bewährt:

  1. Papier akklimatisieren: Lassen Sie neue Pakete, die aus einem kalten Lager kommen, einige Stunden verpackt im Raum liegen, bevor Sie sie öffnen.
  2. Verpackt lagern: Öffnen Sie nur das Paket, das Sie gerade brauchen. Die Verpackung schützt vor Feuchtigkeit, die das Papier wellen lässt.
  3. Flach liegend lagern: Nicht hochkant oder direkt am Boden, nicht neben Heizkörpern oder Fenstern.
  4. Stapel auffächern: Fächern Sie den Stapel vor dem Einlegen kurz auf und stossen Sie ihn auf einer Tischfläche gerade.
  5. Fach nicht überfüllen: Halten Sie die Markierung im Papierfach ein.
  6. Richtige Seite nach oben: Viele Pakete zeigen mit einem Pfeil die bevorzugte Druckseite.
  7. Treibereinstellung prüfen: Die gewählte Papiersorte im Druckertreiber sollte zum eingelegten Papier passen.

Welches Papier für welchen Einsatz?

  • Lehrerzimmer und Kopierraum: Universalpapier 80 g/m², gerne Recycling, in grösseren Mengen
  • Sekretariat und Korrespondenz: 90 bis 100 g/m², hohe Weisse, gute Opazität
  • Präsentationen und Farbdrucke: glattes Papier mit 100 bis 120 g/m²
  • Deckblätter und Einladungen: 160 g/m² oder leichter Karton, über den manuellen Einzug
  • Etiketten: spezielle Etikettenbogen, siehe Ratgeber Etiketten drucken ohne Frust

Menge realistisch planen

Druckerpapier wird in Paketen zu 500 Blatt geliefert, meist zu fünf Paketen in einem Karton. Für Schulen und Büros lohnt es sich, den Verbrauch eines Quartals oder Semesters zu überschlagen und gesammelt zu bestellen. So haben Sie immer Reserven und vermeiden Notkäufe. Planen Sie auch Lagerplatz ein: Ein voller Karton A4 mit 80 g/m² wiegt rund 12,5 Kilogramm.

Hilfreich ist eine einfache Strichliste am Kopierer oder ein Blick in die Zählerstände der Geräte. Damit sehen Sie nach einigen Wochen, wie viele Pakete tatsächlich verbraucht werden, und können vor Spitzenzeiten wie Semesterbeginn, Elternabenden oder Projektwochen rechtzeitig aufstocken.

Unser Sortiment an Druck- und Kopierpapieren finden Sie im Bereich Papier und Etiketten, passende Tinten und Toner unter Druckerzubehör. Der Versand kostet pauschal CHF 15, bei Kleinbestellungen CHF 20 – Sammelbestellungen lohnen sich also doppelt.

Dieser Ratgeber stammt von der Redaktion Materialkollektiv – Menschen aus Gestaltung und Unterricht, die das Material im Alltag selbst einsetzen.

Häufige Fragen

Kann ich normales Kopierpapier im Tintenstrahl- und im Laserdrucker verwenden?

Ja, die meisten Kopier- und Multifunktionspapiere sind für beide Druckverfahren geeignet. Bei Spezialpapieren sollten Sie die Angaben auf der Verpackung beachten.

Warum wellt sich mein Druckerpapier?

Meist hat das Papier Feuchtigkeit aufgenommen, weil es offen oder in einem feuchten Raum gelagert wurde. Lagern Sie Papier verpackt, flach und bei normaler Raumtemperatur.

Welche Grammatur eignet sich für beidseitigen Druck?

80 g/m² funktioniert, für ein saubereres Druckbild mit weniger Durchscheinen empfehlen sich 90 bis 100 g/m² mit hoher Opazität.