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Schule & Unterricht

Klassensätze richtig planen und bestellen

Einheitliches Material für die ganze Klasse erleichtert den Unterricht. So planen Sie Klassensätze, damit am Ende weder etwas fehlt noch zu viel im Schrank liegt.

Redaktion Materialkollektiv4 Min. Lesezeit

Klassensätze richtig planen und bestellen – Symbolbild

Wenn alle Kinder mit demselben Material arbeiten, wird der Unterricht ruhiger. Eine Anleitung funktioniert für alle gleich, Vergleiche unter den Schülerinnen und Schülern fallen weg, und Sie als Lehrperson wissen genau, was im Zimmer vorhanden ist. Klassensätze sind deshalb in vielen Fächern Standard – von Farbstiften über Scheren bis zu Zeichenpapier.

Damit sich die Anschaffung lohnt, braucht es etwas Planung. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie Mengen richtig bestimmen, wo sich Qualität bezahlt macht und wie Klassensätze über mehrere Jahre in gutem Zustand bleiben.

Was eignet sich als Klassensatz?

Nicht jedes Material muss für alle gleich sein. Als Klassensatz bewähren sich vor allem:

  • Werkzeuge, die in der Schule bleiben: Scheren, Lineale, Cutter, Zirkel, Pinsel
  • Farbmaterial, bei dem Einheitlichkeit wichtig ist: Farbstifte, Wasserfarben, Neocolor, Filzstifte
  • Papier in Formaten und Grammaturen, die im Unterricht regelmässig gebraucht werden
  • Verbrauchsmaterial wie Leimstifte, Klebstreifen, Bleistifte

Persönliche Gegenstände wie Füllhalter oder Etuis gehören dagegen besser in die Verantwortung der Kinder.

Gerade in TTG und BG zeigt sich der Vorteil eines Klassensatzes deutlich: Wenn alle mit denselben Deckfarben oder denselben Pinselgrössen arbeiten, können Sie eine Technik an der Wandtafel vorzeigen, und jedes Kind kann sie direkt nachvollziehen. Bei unterschiedlichem Material aus dem Elternhaus verbringen Sie dagegen viel Zeit damit, Unterschiede zu erklären.

Mengen richtig berechnen

Die Grundregel ist einfach: Klassengrösse plus Reserve. Wie gross die Reserve sein soll, hängt vom Material ab.

MaterialEmpfohlene ReserveBegründung
Scheren, Lineale, Zirkel2–3 StückVerlust und Defekte, Gäste in der Klasse
Farbstift-Sets1–2 Sets plus EinzelfarbenHäufig genutzte Farben sind schneller aufgebraucht
Pinsel10–20 %Verschleiss durch falsche Reinigung
Papiermindestens doppelte Menge pro AuftragFehlversuche und Vorübungen
Leimstifte, KlebstreifengrosszügigVerbrauch ist schwer vorhersehbar

Ein Praxistipp: Bei Farbstiften und Wasserfarben werden nicht alle Farben gleich gebraucht. Braun, Schwarz, Hautfarben und Grüntöne sind schnell weg, während andere Farben lange halten. Bestellen Sie deshalb lieber einzelne Ersatzfarben nach, statt ganze Sets zu ersetzen.

Wo sich Qualität lohnt

Bei Klassensätzen ist die Versuchung gross, möglichst günstig einzukaufen. Das rächt sich oft. Billige Farbstifte brechen beim Spitzen, schwache Scheren schneiden schlecht und frustrieren die Kinder, minderwertige Pinsel verlieren ihre Haare. Material von Herstellern wie Caran d'Ache, Faber-Castell, Stabilo, Pentel oder Talens ist auf den intensiven Gebrauch im Unterricht ausgelegt und hält in der Regel mehrere Schuljahre.

Eine sinnvolle Faustregel: Bei Werkzeugen, die jahrelang im Einsatz sind, lohnt sich Qualität fast immer. Bei Verbrauchsmaterial wie Zeichenpapier für Vorübungen darf es auch eine einfachere Qualität sein. Wie Sie das Budget sinnvoll aufteilen, beschreibt der Ratgeber Materialbudget der Schule clever einteilen.

Gemeinsam bestellen

Wenn mehrere Klassen oder ein ganzes Schulhaus dasselbe Material nutzen, lohnt sich eine gemeinsame Bestellung. So lässt sich das Sortiment vereinheitlichen, und Material kann bei Bedarf zwischen Klassen ausgetauscht werden. Sprechen Sie sich im Team früh ab, am besten schon im Frühling für das kommende Schuljahr.

Bei Materialkollektiv wird jede Bestellung persönlich geprüft und vor dem Versand bestätigt. Das ist gerade bei grösseren Mengen hilfreich, weil Unklarheiten zu Varianten oder Mengen vorab geklärt werden können. Eine breite Auswahl finden Sie unter Schulmaterial und Bastelmaterial.

Klassensätze organisieren und pflegen

Ein Klassensatz ist nur so gut wie seine Verwaltung. Bewährt haben sich folgende Massnahmen:

  1. Nummerieren: Jedes Kind erhält eine Nummer, die auf Schere, Farbstiftschachtel und Pinselbecher steht. So ist klar, wer wofür verantwortlich ist.
  2. Feste Plätze: Boxen oder Fächer mit klarer Beschriftung, damit das Aufräumen schnell geht.
  3. Kontrolle am Semesterende: Kurz durchzählen, defekte Teile aussortieren, fehlende Farben notieren.
  4. Ämtli: Ein Kind pro Woche kontrolliert den Zustand und meldet Fehlendes.

Weitere Ideen für ein übersichtliches Lager finden Sie im Ratgeber Ordnung im Materialschrank.

Einen neuen Klassensatz einführen

Neues Material wird am Anfang besonders sorgfältig behandelt – diese Phase sollten Sie nutzen. Nehmen Sie sich in der ersten Lektion ein paar Minuten Zeit, um den Umgang zu zeigen: Wie wird der Pinsel ausgewaschen und zum Trocknen hingelegt? Wie wird der Farbstift gespitzt, ohne dass die Mine bricht? Wo kommt die Schere nach der Lektion hin? Solche Rituale wirken unscheinbar, verlängern die Lebensdauer des Materials aber spürbar.

Bewährt hat sich auch, die Kinder die Nummern selbst auf ihr Material schreiben oder kleben zu lassen. Wer seinen Namen oder seine Nummer auf einer Schachtel sieht, fühlt sich verantwortlich. Und wenn trotzdem etwas kaputtgeht, sollte das offen gemeldet werden dürfen – Ersatz aus der Reserve ist einfacher als verstecktes, defektes Material, das erst bei der nächsten Kontrolle auffällt.

Für Fachlehrpersonen, die mehrere Klassen unterrichten, lohnt sich ein Klassensatz pro Zimmer statt pro Klasse. Dann bleibt das Material immer am selben Ort, und jede Klasse findet es so vor, wie die vorherige es hinterlassen hat. Eine kurze Aufräumkontrolle am Lektionsende ist dabei Pflicht.

Checkliste vor der Bestellung

  • Klassengrösse und Anzahl der Klassen geklärt
  • Bestand im Materialschrank kontrolliert
  • Reserve je Materialart festgelegt
  • Mit dem Team abgesprochen (gleiche Produkte, gemeinsame Bestellung)
  • Budget mit der Schulleitung oder Materialverwaltung geklärt
  • Lagerplatz für das neue Material vorhanden

Mit dieser Vorbereitung steht dem Schuljahr nichts mehr im Weg. Für Projektwochen oder Sonderanlässe gibt es zusätzlich die Materialcheckliste für die Projektwoche.

Dieser Ratgeber stammt von der Redaktion Materialkollektiv – Menschen aus Gestaltung und Unterricht, die das Material im Alltag selbst einsetzen.

Häufige Fragen

Wie viel Reserve sollte ein Klassensatz haben?

Bei Werkzeugen wie Scheren oder Linealen reichen meist zwei bis drei zusätzliche Stück. Bei Papier und Verbrauchsmaterial sollte die Reserve deutlich grösser sein, da Vorübungen und Fehlversuche dazukommen.

Lohnt sich teureres Material für Klassensätze?

Bei Werkzeugen und Farbmaterial, das mehrere Jahre genutzt wird, meistens ja. Hochwertige Stifte und Scheren halten länger und frustrieren die Kinder weniger. Bei Übungspapier darf es einfacher sein.

Wann sollte man Klassensätze bestellen?

Am besten im Frühling oder Frühsommer für das kommende Schuljahr. So bleibt genug Zeit für Absprachen im Team und für allfällige Rückfragen.