(öffnet in neuem Tab)

Schule & Unterricht

Materialcheckliste für die Projektwoche

Eine Projektwoche steht und fällt mit der Vorbereitung. Diese Checkliste hilft, das Material rechtzeitig zu planen – vom Grundbedarf bis zur Abschlusspräsentation.

Redaktion Materialkollektiv4 Min. Lesezeit

Materialcheckliste für die Projektwoche – Symbolbild

Projektwochen gehören zu den Höhepunkten im Schuljahr. Klassen arbeiten altersdurchmischt, Lehrpersonen bieten Ateliers zu ihren Lieblingsthemen an, und am Ende steht oft eine Präsentation für Eltern und Gäste. Für die Planung bedeutet das: In kurzer Zeit wird viel Material gebraucht – und zwar genau dann, wenn alle es gleichzeitig benötigen.

Diese Checkliste hilft Ihnen, nichts zu vergessen. Sie ist gegliedert in Planung, Grundausstattung, projektspezifisches Material und den Abschluss. Passen Sie sie an Ihre Schule und Ihr Thema an.

Frühzeitig planen

Der wichtigste Erfolgsfaktor ist der Zeitpunkt. Wer erst zwei Wochen vor der Projektwoche an das Material denkt, gerät unter Druck. Bewährt hat sich folgender Ablauf:

ZeitpunktAufgabe
3 Monate vorherThema und Ateliers festlegen, Verantwortliche bestimmen
2 Monate vorherMateriallisten pro Atelier erstellen, Bestand im Schulhaus prüfen
6–8 Wochen vorherSammelbestellung auslösen
2 Wochen vorherMaterial kontrollieren, auf Ateliers verteilen, Lücken schliessen
In der Woche selbstTäglicher Materialcheck, Nachschub organisieren

Fordern Sie von allen Atelierverantwortlichen dieselbe Form der Materialliste ein: Artikel, Menge, vorhanden oder zu bestellen. Ein gemeinsames Formular oder eine geteilte Tabelle erspart viel Nachfragen und macht sichtbar, wo sich Ateliers Material teilen können.

Bei einer schulhausweiten Projektwoche lohnt sich eine zentrale Koordination. Eine Person sammelt die Materiallisten aller Ateliers, gleicht sie mit dem Bestand ab und bündelt die Bestellung. Das vermeidet Doppelkäufe und spart Versandkosten. Bei Materialkollektiv wird jede Bestellung persönlich geprüft und vor dem Versand bestätigt – so lassen sich Fragen zu Mengen und Varianten vorab klären.

Die Grundausstattung für jedes Atelier

Unabhängig vom Thema braucht fast jedes Atelier eine Grundausstattung. Stellen Sie pro Gruppe eine Kiste mit folgendem Inhalt bereit:

  • Bleistifte, Radiergummis, Spitzer
  • Filzstifte und Farbstifte
  • Scheren (auch für Linkshänder), Cutter mit Schneidematte
  • Leimstifte, Weissleim, Klebeband, Malerabdeckband
  • Lineale und Massband
  • Papier in A4 und A3, Flipchartpapier
  • Haftnotizen für Brainstormings, etwa von Post-it
  • Permanentmarker zum Beschriften
  • Abfallsack und Lappen

Beschriften Sie die Kisten mit dem Namen des Ateliers und legen Sie eine Inhaltsliste bei. So lässt sich am Ende der Woche schnell kontrollieren, ob alles zurück ist.

Material nach Projektart

Je nach Thema kommt spezifisches Material dazu. Einige typische Beispiele:

Kunst und Gestaltung

Acrylfarben oder Gouache, Pinsel in verschiedenen Grössen, Malkarton oder Leinwände, Mischpaletten, Wasserbecher, Schürzen. Für Grossformate Rollenpapier und Abdeckfolie für die Tische. Eine Übersicht bietet der Bereich Acrylfarben.

Bauen und Modellbau

Graukarton, Wellkarton, Holzleisten, Heissleimpistolen mit Ersatzpatronen, Laubsägen, Schleifpapier. Mehr Ideen im Ratgeber Modellbau mit Karton im Unterricht.

Druck und Papier

Druckfarben, Walzen, Linoleum oder Styropor, Druckpapier. Für Buchbinden Faden, Nadeln und Karton für Umschläge.

Upcycling und Natur

Gesammeltes Material wie Kartonrollen, Verpackungen, Stoffreste – ergänzt durch Leim, Farben und Werkzeug. Anregungen finden Sie im Ratgeber Upcycling im Werk- und Bastelunterricht.

Medien und Dokumentation

Kameras oder Tablets, Ladekabel, Mehrfachsteckdosen, Speicherkarten, eventuell ein Drucker mit genügend Tinte oder Toner.

Mengen richtig einschätzen

In einer Projektwoche wird oft mehr verbraucht als im normalen Unterricht, weil die Kinder intensiv und über mehrere Tage arbeiten. Rechnen Sie bei Verbrauchsmaterial wie Papier, Leim und Farbe grosszügig. Eine einfache Faustregel aus der Praxis: Planen Sie für Papier und Farben eher die doppelte Menge dessen ein, was Sie für eine einzelne Unterrichtssequenz brauchen würden. Was übrig bleibt, wandert in den Materialschrank und wird im nächsten Schuljahr verwendet.

Für altersdurchmischte Gruppen lohnt es sich ausserdem, Werkzeug in verschiedenen Grössen bereitzuhalten: kleinere Scheren und leichtere Werkzeuge für jüngere Kinder, robustere Ausführungen für die Oberstufe. Und vergessen Sie Schutzmaterial nicht – Schürzen, Abdeckfolie und Zeitungspapier sparen am Freitag viel Reinigungsarbeit.

Besonders schnell aus gehen erfahrungsgemäss Heissleimpatronen, Klebeband, Weiss als Farbe und Papier in grösseren Formaten. Halten Sie davon eine zentrale Reserve bereit, auf die alle Ateliers zugreifen können.

Abschluss und Präsentation

Am Ende der Projektwoche werden die Ergebnisse oft ausgestellt oder präsentiert. Dafür braucht es:

  • Stellwände, Schnur und Wäscheklammern zum Aufhängen
  • Klebeband oder Klebeknete, die Wände nicht beschädigt
  • Beschriftungskarten und Schilder für die Ateliers
  • Laminierte Infoblätter für Besucherinnen und Besucher
  • Kartonmappen für den Transport der Arbeiten nach Hause

Planen Sie für den Aufbau der Ausstellung genügend Zeit ein, idealerweise einen halben Tag vor der Präsentation. Lassen Sie die Kinder ihre Arbeiten selbst beschriften und kurze Texte zum Entstehungsprozess verfassen. So wird die Ausstellung nicht nur eine Schau der Ergebnisse, sondern zeigt auch, was in der Woche gelernt wurde – ganz im Sinne des Lehrplans 21, der den Prozess ebenso wichtig nimmt wie das Produkt.

Denken Sie auch an die Dokumentation: Fotos der Arbeiten und des Prozesses sind wertvoll für die Reflexion mit den Kindern und für die Planung der nächsten Projektwoche. Halten Sie zudem fest, welches Material gefehlt hat oder übrig geblieben ist. Diese Notizen sind Gold wert, wenn die nächste Projektwoche geplant wird.

Die Checkliste im Überblick

  1. Thema und Ateliers festgelegt
  2. Materiallisten pro Atelier erstellt
  3. Bestand im Schulhaus geprüft
  4. Sammelbestellung rechtzeitig ausgelöst
  5. Grundausstattungskisten pro Atelier gepackt
  6. Zentrale Reserve eingerichtet
  7. Material für Präsentation bereit
  8. Dokumentation und Auswertung geplant

Material für alle Ateliers finden Sie unter Bastelmaterial. Wenn Sie ähnliche Anlässe regelmässig durchführen, hilft auch der Ratgeber Material für Workshops und Kurse planen.

Dieser Ratgeber stammt von der Redaktion Materialkollektiv – Menschen aus Gestaltung und Unterricht, die das Material im Alltag selbst einsetzen.

Häufige Fragen

Wann sollte man Material für die Projektwoche bestellen?

Am besten sechs bis acht Wochen vorher. So bleibt genug Zeit, um das Material zu kontrollieren, auf die Ateliers zu verteilen und allfällige Lücken zu schliessen.

Welches Material geht in Projektwochen am schnellsten aus?

Erfahrungsgemäss Heissleimpatronen, Klebeband, weisse Farbe und grossformatiges Papier. Eine zentrale Reserve für alle Ateliers hat sich bewährt.

Wie organisiert man Material für mehrere Ateliers?

Eine Person koordiniert die Materiallisten, gleicht sie mit dem Bestand ab und bündelt die Bestellung. Jedes Atelier erhält eine beschriftete Grundausstattungskiste mit Inhaltsliste.