Nachhaltige Entwicklung ist im Lehrplan 21 als fächerübergreifendes Thema verankert. Im Schulalltag zeigt sich dieser Anspruch ganz konkret beim Material: Wie viel wird gekauft, wie lange hält es, und was landet am Ende des Schuljahres im Abfall? Wer hier bewusst entscheidet, schont nicht nur die Umwelt, sondern meist auch das Budget.
Dieser Ratgeber zeigt, worauf Lehrpersonen, Schulen und Familien achten können. Er verzichtet bewusst auf schnelle Versprechen. Nachhaltigkeit beim Schulmaterial ist vor allem eine Frage von Planung, Qualität und Gewohnheiten.
Der wichtigste Grundsatz: lange nutzen
Das nachhaltigste Produkt ist jenes, das nicht neu gekauft werden muss. Ein solider Zirkel, eine gute Schere oder ein Metalllineal können eine ganze Schulzeit lang halten. Billigprodukte, die nach wenigen Wochen kaputt sind, verursachen dagegen nicht nur Abfall, sondern auch Frust bei den Kindern.
Fragen Sie sich deshalb bei jedem Kauf:
- Wird das Material tatsächlich gebraucht oder ist bereits Ersatz vorhanden?
- Wie lange wird es voraussichtlich halten?
- Lässt es sich reparieren, nachfüllen oder weitergeben?
- Gibt es eine Variante, die mehrere Zwecke erfüllt?
Im Schulzimmer zahlt sich dieser Blick besonders bei Klassensätzen aus, die über Jahre genutzt werden. Mehr dazu im Ratgeber Klassensätze richtig planen und bestellen.
Zur Langlebigkeit gehört auch die Pflege. Pinsel, die nach jeder Lektion gründlich ausgewaschen und liegend getrocknet werden, halten ein Vielfaches länger als Pinsel, die im Wasserbecher stehen bleiben. Scheren, die nur für Papier verwendet werden, bleiben scharf. Deckel auf Filzstiften, Leimstiften und Farbtöpfen verhindern, dass Material eintrocknet. Solche Gewohnheiten kosten nichts, müssen aber konsequent eingeübt werden – am besten von der ersten Lektion an.
Schreibgeräte: nachfüllen statt wegwerfen
Bei Stiften fällt im Laufe eines Schuljahres viel Abfall an. Einige einfache Entscheidungen machen einen Unterschied:
- Füllhalter mit Patronen oder Konverter: Ein guter Füllhalter hält jahrelang. Mit einem Konverter kann Tinte aus dem Fass verwendet werden, was Patronenabfall reduziert.
- Nachfüllbare Leuchtmarker und Kugelschreiber: Viele Hersteller bieten Minen oder Nachfülltinte an. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob Ersatzminen verfügbar sind.
- Holzstifte gut nutzen: Mit einem Bleistiftverlängerer lassen sich kurze Stummel fast bis zum Ende aufbrauchen.
- Qualitätsfarbstifte: Hochwertige Minen brechen weniger und lassen sich sparsamer spitzen. Hersteller wie Caran d'Ache oder Faber-Castell legen zudem Wert auf die Herkunft des Holzes – informieren Sie sich bei den jeweiligen Produktangaben.
Viele Lehrpersonen führen im Schulzimmer eine «Stiftekiste», in der kurze, aber noch brauchbare Stifte gesammelt werden. Sie eignen sich gut für Skizzen, Gruppenarbeiten oder als Ersatz, wenn ein Kind sein Etui vergessen hat.
Papier bewusst wählen
Papier ist das Verbrauchsmaterial Nummer eins in der Schule. Recyclingpapier hat heute eine gute Qualität und eignet sich für Kopien, Notizen und Arbeitsblätter problemlos. Für Zeichnungen und Malerei mit Wasserfarben braucht es dagegen oft ein stärkeres Frischfaserpapier, weil es mehr aushält. Die Unterschiede erklärt der Ratgeber Recyclingpapier oder Frischfaser?.
Weitere Tipps für einen sparsamen Umgang mit Papier:
- Arbeitsblätter beidseitig kopieren und Layouts so gestalten, dass wenig Weissraum verschwendet wird.
- Fehldrucke und einseitig bedruckte Blätter als Notiz- oder Skizzenpapier sammeln.
- Für Vorübungen in BG günstigeres Papier verwenden, für das Endprodukt das gute Papier.
- Reste von Tonpapier und Fotokarton in einer Restekiste aufbewahren – sie sind ideal für Collagen und Kleinarbeiten.
Eine Auswahl an Papieren für den Schulalltag finden Sie im Bereich Papier und Etiketten.
Farben, Leim und Bastelmaterial
Im Gestaltungsunterricht lohnt sich ein genauer Blick auf die Menge. Wasserfarben in Nachfüllnäpfchen sind sparsamer als jedes Jahr neue Malkästen. Bei Acryl- und Gouachefarben ist es oft sinnvoller, grössere Gebinde zu kaufen und in kleine Behälter abzufüllen, als viele kleine Tuben anzuschaffen. Achten Sie dabei darauf, dass die Behälter gut schliessen, damit die Farbe nicht eintrocknet.
Auch beim Bastelmaterial gibt es Spielraum. Vieles lässt sich durch gesammelte Materialien ergänzen: Kartonrollen, Verpackungen, Stoffreste oder Korken. Im Ratgeber Upcycling im Werk- und Bastelunterricht finden Sie dazu konkrete Ideen. Wichtig ist, dass solche Sammlungen geordnet bleiben, sonst wird der Materialschrank schnell zur Abstellkammer.
Nachhaltigkeit als Unterrichtsthema
Der Umgang mit Material ist eine gute Gelegenheit, Nachhaltigkeit mit der Klasse zu thematisieren. Einige Ideen, die sich ohne grossen Aufwand umsetzen lassen:
- Materialdetektive: Die Klasse untersucht, woraus ihre Schulsachen bestehen und wie lange sie halten.
- Etui-Check: Zu Beginn des Semesters prüfen alle, was noch brauchbar ist, bevor Neues gekauft wird.
- Tauschbörse: Ordner, Lineale oder Etuis, die nicht mehr gebraucht werden, werden innerhalb des Schulhauses weitergegeben.
- Reparieren: In TTG lernen die Kinder, eine Schulthekschnalle zu ersetzen oder ein Etui zu flicken.
Solche Aktivitäten verbinden sich gut mit den Fächern Natur, Mensch, Gesellschaft sowie Wirtschaft, Arbeit, Haushalt. Die Kinder erleben dabei, dass Nachhaltigkeit nicht Verzicht bedeutet, sondern bewusstes Entscheiden. Und sie gehen mit Material, das sie selbst untersucht oder repariert haben, oft spürbar sorgfältiger um.
Gut geplant ist halb gespart
Viele unnötige Käufe entstehen aus Zeitdruck. Wer kurz vor einer Lektion feststellt, dass etwas fehlt, greift zum Nächstbesten. Eine jährliche Bestandsaufnahme und eine geplante Sammelbestellung reduzieren solche Spontankäufe deutlich. Gleichzeitig sinkt der Verpackungsaufwand, wenn Material gebündelt bestellt wird statt in vielen kleinen Lieferungen.
Bei Materialkollektiv wird jede Bestellung persönlich geprüft und vor dem Versand bestätigt. So lassen sich Fragen zu Mengen und Varianten klären, bevor etwas verschickt wird. Unter Schulmaterial finden Sie ein breites Sortiment für Schulen, mit dem sich solche Sammelbestellungen gut planen lassen.



