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Büro & Organisation

Laminieren: Tipps für saubere Ergebnisse

Welche Folienstärke wofür, warum Blasen entstehen und wie Ränder dicht bleiben: Praxistipps für sauber laminierte Aushänge, Lernkarten und Schilder.

Redaktion Materialkollektiv4 Min. Lesezeit

Laminieren: Tipps für saubere Ergebnisse – Symbolbild

Laminieren gehört in Schulen, Kursräumen und Büros zum Alltag: Stundenpläne, Lernkarten, Tischschilder, Hausordnungen oder Bildkarten für den Unterricht werden durch die Folie abwaschbar und deutlich langlebiger. Trotzdem kommen viele Dokumente mit Blasen, Falten oder trüben Stellen aus dem Gerät. Fast immer liegt das an einer Kleinigkeit – an der Folie, der Temperatur oder der Vorbereitung.

Hier finden Sie, was Sie über Folien und Geräte wissen müssen, und eine Reihe von Tipps, mit denen das Ergebnis gelingt.

Folienstärken: Was bedeutet «80 Mikron»?

Laminierfolien werden in Mikron (µm, tausendstel Millimeter) angegeben. Meist bezieht sich die Zahl auf eine Seite der Taschenfolie. Eine Folie mit 125 Mikron besteht also aus zwei Lagen à 125 µm, das laminierte Dokument ist insgesamt etwas über 250 µm plus Papier dick. Einige Anbieter geben die Gesamtstärke an – ein Blick auf die Packung lohnt sich deshalb.

Stärke pro Seite Ergebnis Typischer Einsatz
80 µm Biegsam, leicht Aushänge, Merkblätter, Dokumente für Ordner
100 µm Etwas fester Arbeitsblätter, die oft benutzt werden
125 µm Stabil, leicht biegsam Lernkarten, Speisekarten, Preisschilder, Spielpläne
175 µm Fest Tischaufsteller, Namensschilder, Kartenspiele
250 µm Sehr steif Ausweise, Schilder im Aussenbereich, Schablonen

Wichtig: Nicht jedes Gerät verarbeitet jede Stärke. Prüfen Sie die maximale Folienstärke in den Angaben Ihres Laminiergeräts. Viele einfache Geräte sind für 80 bis 125 µm ausgelegt; dickere Folien benötigen leistungsfähigere Modelle.

Neben der Stärke zählt das Format. Laminierfolien sind etwas grösser als das jeweilige Papierformat, damit rundherum ein Rand zum Verschweissen bleibt. Für Visitenkarten, Ausweise oder Lesezeichen gibt es passende Kleinformate; wer viele kleine Karten braucht, laminiert jedoch oft effizienter auf A4 und schneidet anschliessend aus. Halten Sie im Lehrerzimmer oder im Sekretariat am besten zwei Stärken vorrätig – eine dünne für Aushänge und eine stabilere für Material, das durch viele Hände geht.

Glänzend, matt oder selbstklebend?

  • Glänzende Folien lassen Farben brillanter wirken, spiegeln aber unter Deckenleuchten und an Fenstern.
  • Matte Folien sind blendarm und lassen sich teilweise mit Bleistift oder bestimmten Stiften beschreiben. Ideal für Aushänge an hellen Wänden oder Unterlagen, die unter dem Visualizer gezeigt werden.
  • Selbstklebende Folien haben auf der Rückseite eine Klebeschicht – praktisch für Schilder an Türen oder Schränken.
  • Kaltlaminierfolien werden ohne Hitze verarbeitet. Sie eignen sich für wärmeempfindliche Vorlagen und für Situationen, in denen kein Gerät zur Verfügung steht.

Das Gerät: Worauf es ankommt

Bei Laminiergeräten unterscheiden sich vor allem diese Punkte:

  • Format: A4 reicht für die meisten Büros. Für Plakate und Aushänge in Schulen ist ein A3-Gerät sinnvoll.
  • Anzahl Walzen: Geräte mit mehr Walzen verteilen Druck und Wärme gleichmässiger, was sich bei dickeren Folien bemerkbar macht.
  • Aufwärmzeit: Moderne Geräte sind oft nach wenigen Minuten bereit; ältere brauchen länger.
  • Temperatur- oder Folienwahl: Eine Einstellung für die Folienstärke verhindert, dass dünne Folien wellig werden oder dicke nicht richtig verkleben.
  • Rücklauftaste: Damit lässt sich ein schief eingezogenes Dokument zurückholen.

Laminiergeräte, Aktenvernichter und weitere Geräte finden Sie im Bereich Bürotechnik.

Schritt für Schritt zum sauberen Ergebnis

  1. Gerät vollständig aufheizen lassen. Warten Sie auf die Bereitschaftsanzeige – zu kalt laminiert ergibt trübe, milchige Stellen.
  2. Dokument trocken und plan einlegen. Frisch gedruckte Tintenstrahlausdrucke einige Minuten trocknen lassen.
  3. Rand lassen. Rund um das Papier sollten etwa 3 bis 5 mm Folie frei bleiben, damit die Ränder sauber versiegeln.
  4. Mit der verschweissten Kante voran einführen. So kann sich die Folie nicht verschieben.
  5. Gerade einführen und nicht nachschieben. Das Gerät zieht die Folie selbst ein.
  6. Auf einer ebenen Fläche auskühlen lassen. Erst danach zuschneiden oder stapeln.

Häufige Probleme und ihre Ursachen

Problem Mögliche Ursache Lösung
Milchige oder trübe Stellen Temperatur zu tief, Folie zu dick für das Gerät Länger aufheizen, passende Einstellung wählen, eventuell zweiter Durchlauf
Blasen Feuchtigkeit im Papier, zu dickes Papier, Temperatur zu hoch Papier trocken lagern, Einstellung anpassen
Wellen und Falten Temperatur zu hoch für dünne Folie, schief eingeführt Einstellung für Folienstärke prüfen, gerade einführen
Ränder lösen sich Zu wenig Rand oder zu knapp zugeschnitten Mehr Rand lassen, beim Zuschneiden 2–3 mm stehen lassen
Dokument verfärbt sich dunkel Thermopapier, etwa Kassenzettel Thermopapier nur kalt laminieren

Praxistipps für Schule und Kurs

  • Lernkarten effizient herstellen: Mehrere Karten auf ein A4-Blatt drucken, als Ganzes laminieren und erst dann ausschneiden – mit 2–3 mm Rand rundherum.
  • Ecken abrunden: Ein Eckenrunder verhindert, dass sich spitze Ecken aufbiegen und Kinder sich daran stechen.
  • Beschreibbar machen: Laminierte Arbeitsblätter lassen sich mit abwischbaren Markern mehrfach verwenden.
  • Lochen nach dem Laminieren: Löcher immer im versiegelten Bereich setzen, nicht direkt am Papierrand.
  • Naturmaterialien: Gepresste Blätter oder Blüten lassen sich laminieren, wenn sie vollständig trocken und flach sind.

Pflege des Laminiergeräts

Klebereste auf den Walzen führen zu Streifen und Verschmutzungen. Viele Hersteller empfehlen Reinigungsblätter, die regelmässig durch das noch warme Gerät geführt werden. Laminieren Sie nie eine leere Folie ohne Inhalt bei zu hoher Temperatur und nie Folien, die über die Breite des Einzugs hinausragen. Nach Gebrauch das Gerät ausschalten und abkühlen lassen.

Wer im Unterricht viel mit Aushängen und Schildern arbeitet, findet im Ratgeber Beschriftungsgeräte für mehr Ordnung eine gute Ergänzung. Für das Papier, das laminiert werden soll, lohnt sich ein Blick in den Ratgeber Papiergewicht und Grammatur – zu schwere Papiere neigen eher zu Blasen. Ergänzendes Material wie Papier und Etiketten finden Sie unter Papier und Etiketten.

Dieser Ratgeber stammt von der Redaktion Materialkollektiv – Menschen aus Gestaltung und Unterricht, die das Material im Alltag selbst einsetzen.

Häufige Fragen

Welche Laminierfolie ist die richtige?

Für Aushänge genügen 80 µm pro Seite, für Lernkarten und häufig benutzte Unterlagen haben sich 125 µm bewährt. Dickere Folien nur verwenden, wenn das Gerät sie verarbeiten kann.

Warum wird meine Folie milchig?

Meist war das Gerät noch nicht vollständig aufgeheizt oder die Folie ist zu dick für die gewählte Einstellung. Ein zweiter Durchlauf kann helfen.

Kann man Fotos laminieren?

Ja, sofern sie vollständig trocken sind. Bei wertvollen Originalfotos ist Vorsicht geboten, da das Laminieren nicht rückgängig gemacht werden kann – besser eine Kopie laminieren.