(öffnet in neuem Tab)

Schrift gestalten

Kalligrafie- und Lettering-Bedarf

Schöne Schrift ist Übungssache – aber das richtige Werkzeug macht den Einstieg deutlich leichter. Hier finden Sie Brush Pens, Fineliner, Tusche, Federn und geeignetes Papier für Kalligrafie und Handlettering, dazu Tipps, mit welchem Material Sie am besten anfangen.

Kalligrafie- und Lettering-Bedarf online bestellen – Symbolbild
  • Brush Pens und Pinselstifte

    Stifte mit flexibler Spitze für dünne Aufstriche und kräftige Abstriche – etwa von Pentel oder Stabilo.

  • Federn und Tusche

    Material für die klassische Kalligrafie mit Breitfeder oder Spitzfeder sowie Tuschen und Tinten.

  • Fineliner und Marker

    Für Konturen, Schatten, Verzierungen und das Ausarbeiten von Entwürfen.

  • Papier und Hilfsmittel

    Glatte Papiere, Blöcke, Lineale und Bleistifte für Hilfslinien und Vorzeichnungen.

Kalligrafie oder Lettering – was ist der Unterschied?

Die beiden Begriffe werden oft vermischt, beschreiben aber unterschiedliche Herangehensweisen:

  • Kalligrafie ist das Schreiben schöner Schrift in einem Zug. Die Form des Buchstabens entsteht durch das Werkzeug – etwa die Breitfeder, die je nach Richtung dünne und dicke Striche erzeugt.
  • Handlettering ist eher das Zeichnen von Buchstaben. Buchstaben werden aufgebaut, korrigiert, verziert und kombiniert. Hier ist der Brush Pen das typische Werkzeug.
  • Brush Lettering liegt dazwischen: Mit einem Pinselstift wird geschrieben, die Strichstärke entsteht über den Druck.

Für den Einstieg in die Kalligrafie empfehlen wir den Ratgeber Kalligrafie mit Feder und Tusche, für das Lettering den Beitrag Handlettering: Einstieg und Material.

Das richtige Werkzeug für den Anfang

Viele beginnen mit zu weichen, grossen Pinselstiften – und sind enttäuscht, weil die Striche zittern. Leichter geht es so:

  1. Kleiner Brush Pen mit fester Spitze: Er verzeiht ungleichmässigen Druck und eignet sich für Schrift in normaler Grösse.
  2. Grosser, weicher Pinselstift: erst dann, wenn der Wechsel von leichtem und starkem Druck sitzt.
  3. Breitfeder mit Halter: für klassische Schriften. Für Anfängerinnen und Anfänger sind mittlere Federbreiten angenehmer als sehr schmale.
  4. Bleistift und Lineal: für Hilfslinien. Gleichmässige Ober- und Unterlängen sind wichtiger als schmückende Schnörkel.

Ergänzend sind Fineliner in mehreren Strichstärken nützlich, um Buchstaben zu konturieren oder Schatten zu setzen. Weitere Stifte finden Sie auf der Seite Farbstifte und Filzstifte.

Papier: glatt schlägt dick

Für Brush Pens und Fineliner ist die Oberfläche entscheidend. Raues Papier rauht die feine Faserspitze auf, sie franst aus und der Strich wird unsauber. Wählen Sie deshalb möglichst glattes, satiniertes Papier. Gewöhnliches Kopierpapier eignet sich zum Üben gut – es ist glatt und günstig im Verbrauch.

Für Feder und Tusche braucht es ein Papier, das nicht ausläuft und den Druck der Feder verträgt. Testen Sie neue Papiere immer an einem Probestreifen: Läuft die Tusche aus, ist das Papier zu saugfähig. Mehr zu Papiersorten finden Sie unter Papier und Etiketten und im Ratgeber Papiergewicht und Grammatur.

Ein guter Kompromiss für Unterricht und Kurse sind Blöcke mit glattem Papier mittlerer Grammatur: Sie schonen die Stifte, scheinen aber noch genug durch, um Übungsvorlagen darunterzulegen.

Ein einfacher Übungsplan für die ersten Wochen

Schrift lernt man durch Wiederholung. Ein strukturierter Plan hilft, dranzubleiben und Fortschritte zu sehen:

  1. Woche 1 – Grundstriche: Täglich zehn Minuten Aufstriche dünn, Abstriche dick, Ovale und Schlaufen. Noch keine Buchstaben.
  2. Woche 2 – Kleinbuchstaben: Buchstaben nach Familien üben, die ähnliche Bewegungen haben, etwa n, m, h oder o, a, d, g.
  3. Woche 3 – Verbindungen: Zwei und drei Buchstaben verbinden, auf gleichmässige Abstände und gleiche Neigung achten.
  4. Woche 4 – Wörter und Layout: Kurze Wörter und Zitate, zuerst mit Bleistift skizzieren, dann ausarbeiten.

Nützlich sind dabei Übungsblätter mit Hilfslinien für Grundlinie, Mittellänge, Ober- und Unterlänge sowie Schräglinien für die Neigung. Legen Sie das Übungsblatt unter ein glattes, leicht transparentes Papier, dann bleiben die Linien sichtbar und die Vorlage kann wiederverwendet werden.

Ein häufiger Fehler ist zu schnelles Schreiben. Kalligrafie und Brush Lettering leben von langsamen, kontrollierten Bewegungen; Tempo kommt mit der Zeit von selbst. Bewahren Sie die ersten Übungsblätter auf – der Vergleich nach einigen Wochen motiviert.

Lettering im Unterricht und in Kursen

Schriftgestaltung passt gut in den BG-Unterricht: Schrift als Bild, Plakatgestaltung, Titelblätter und Einladungen verbinden Gestaltung mit einem klaren Verwendungszweck. Bewährt hat sich ein Ablauf in drei Schritten – zuerst Grundstriche üben (Auf- und Abstriche, Ovale, Schlaufen), dann einzelne Buchstaben, schliesslich ganze Wörter mit Abstand und Rhythmus.

Für Klassen und Kurse empfiehlt sich eine Grundausstattung pro Person mit einem kleinen Brush Pen, einem Fineliner, Bleistift und Übungsblättern mit Hilfslinien. Grössere Pinselstifte und Federn können als Gruppenmaterial geteilt werden. Wie Sie Material für Workshops planen, lesen Sie auf der Seite Material für Kurse und Workshops.

Ein praktischer Tipp für die Pflege: Brush Pens immer waagrecht lagern und die Kappe hörbar schliessen. Federn nach dem Gebrauch mit Wasser reinigen und trocknen, damit sie nicht rosten.

Hinter dem Materialkollektiv stehen Menschen aus Gestaltung und Unterricht. Jede Bestellung wird persönlich geprüft und vor dem Versand bestätigt.

Häufige Fragen

Welcher Stift eignet sich für Handlettering-Anfänger?

Ein kleiner Brush Pen mit fester Spitze ist für den Anfang ideal. Er reagiert auf Druck, verzeiht aber kleine Unsicherheiten besser als ein grosser, weicher Pinselstift.

Welches Papier braucht man für Brush Lettering?

Glattes, satiniertes Papier schont die Spitze des Brush Pens. Zum Üben eignet sich gewöhnliches Kopierpapier gut.

Braucht man für Kalligrafie eine spezielle Tinte?

Für die Arbeit mit Feder eignen sich Tusche oder Kalligrafietinte, die gut fliesst und nicht ausläuft. Füllhaltertinte ist meist zu dünnflüssig für die Breitfeder.

Wie lange dauert es, Lettering zu lernen?

Erste ansehnliche Ergebnisse gelingen oft nach einigen Übungsstunden. Regelmässiges kurzes Üben der Grundstriche bringt dabei mehr als lange, seltene Sitzungen.