Der Eintritt in die Primarschule ist für Kinder und Eltern ein besonderer Schritt. Neben dem neuen Schulthek steht meist die Frage im Raum, was sonst noch alles gekauft werden muss. Die gute Nachricht: In vielen Schweizer Gemeinden stellt die Schule einen grossen Teil des Materials zur Verfügung. Was Familien selbst besorgen, ist überschaubar – solange man weiss, worauf es ankommt.
Dieser Ratgeber richtet sich an Eltern und an Lehrpersonen, die ihre Elternbriefe mit einer klaren Liste ergänzen möchten. Massgebend bleibt immer die Liste der eigenen Schule.
Was die Schule meistens stellt
Die Volksschule ist in der Schweiz unentgeltlich. Hefte, Lehrmittel, Bastel- und Malmaterial liegen deshalb häufig im Schulzimmer bereit. Viele Lehrpersonen bevorzugen ausserdem einheitliches Material in der Klasse, zum Beispiel dieselben Farbstifte oder dieselbe Lineatur in den Heften. Das erleichtert die Erklärung im Unterricht und vermeidet Vergleiche unter den Kindern.
Kaufen Sie deshalb vor dem ersten Schultag nur die persönliche Grundausrüstung und warten Sie für alles Weitere die Informationen der Klassenlehrperson ab.
Die persönliche Grundausrüstung
- Schulthek: leicht, mit gepolsterten, verstellbaren Trägern und reflektierenden Flächen für den Schulweg
- Etui: übersichtlich, mit festen Schlaufen für die Stifte, damit Kinder schnell sehen, was fehlt
- Turnsack mit Hallenschuhen, die keine schwarzen Striche hinterlassen
- Finken für das Schulzimmer, falls die Schule das verlangt
- Znünibox und Trinkflasche, die das Kind selbst öffnen kann
Was ins Etui gehört
Im ersten Schuljahr gilt: weniger ist mehr. Ein überfülltes Etui lenkt ab. Eine bewährte Grundausstattung:
- 2–3 dicke Bleistifte (Dreikant- oder ergonomische Form erleichtern den richtigen Griff)
- Radiergummi und ein Spitzer mit Behälter, passend für dicke Stifte
- 12 Farbstifte mit kräftigen, bruchfesten Minen
- Schere mit abgerundeter Spitze, gegebenenfalls für Linkshänder
- Leimstift
- Kurzes Lineal (15–17 cm)
Dicke Farbstifte mit weicher Mine, wie sie Caran d'Ache, Faber-Castell oder Stabilo für jüngere Kinder anbieten, sind für kleine Hände angenehmer und brechen weniger leicht. Ein Überblick über verschiedene Stiftarten findet sich bei den Farbstiften und Filzstiften.
Ein Spitzer mit Auffangbehälter ist im Schulzimmer Gold wert: Er verhindert Spänehäufchen auf dem Pult und den ständigen Gang zum Abfalleimer. Prüfen Sie, ob die Öffnung zu den gewählten Stiften passt – dicke Stifte brauchen eine grössere Öffnung als normale Bleistifte. Bei Radiergummis bewähren sich weiche Kunststoffradierer, die sauber radieren, ohne das Papier aufzurauen.
Was noch warten kann
Vieles, was im Laden verlockend aussieht, braucht ein Kind in der ersten Klasse noch nicht: Füllhalter, Geodreieck, Zirkel, grosse Filzstiftsets oder spezielle Hausaufgabenhefte. Sparen Sie sich diese Käufe, bis die Lehrperson danach fragt. Das schont das Budget und den Thek. Auch Etuis mit Spielfunktionen, Duftstifte oder Radiergummis in Figurenform lenken im Unterricht eher ab, als dass sie helfen.
Auf den richtigen Griff achten
Im ersten Schuljahr lernen Kinder die Schrift. Ein ungünstiger Stiftgriff wird später schwer wieder abgewöhnt. Achten Sie darauf, dass Bleistifte nicht zu dünn sind und dass das Kind entspannt halten kann. Für Kinder, die mit links schreiben, gibt es spezielle Spitzer und Scheren. Was genau sinnvoll ist, erklärt der Ratgeber Schulmaterial für Linkshänder.
Ob und wann ein Füllhalter eingeführt wird, entscheidet die Schule. In vielen Klassen geschieht das erst in der zweiten oder dritten Klasse. Hinweise zur Auswahl gibt der Ratgeber Den richtigen Füllhalter für Schulkinder finden.
Beschriften – aber richtig
Zu Beginn der Schulzeit gehen viele Dinge verloren oder werden verwechselt. Beschriften Sie deshalb möglichst alles: Etui, Schere, Leimstift, Znünibox, Turnsack, Finken und Jacke. Bei Stiften genügt ein kleiner Kleber oder ein farbiger Punkt, den das Kind selbst wiedererkennt. Wer noch nicht lesen kann, findet sein Material über ein Symbol oft schneller als über den Namen. Wasserfeste Etiketten oder ein dünner Permanentstift halten auch auf Kunststoff, und Namensbänder lassen sich in Jacken und Turnsack einnähen.
Checkliste für Eltern
| Material | Erledigt |
|---|---|
| Schulthek anprobiert und Träger eingestellt | ☐ |
| Etui mit Bleistiften, Farbstiften, Radiergummi, Spitzer | ☐ |
| Schere und Leimstift | ☐ |
| Turnsack mit Hallenschuhen | ☐ |
| Finken (falls verlangt) | ☐ |
| Znünibox und Trinkflasche | ☐ |
| Alles beschriftet | ☐ |
Tipps für Lehrpersonen
Wenn Sie als Klassenlehrperson eine Materialliste verschicken, hilft eine klare Trennung: Was stellt die Schule, was bringen die Kinder mit, was ist freiwillig? Nennen Sie wenn möglich keine Markenzwänge, sondern Eigenschaften, zum Beispiel «dicke Bleistifte, Härte HB» oder «Schere mit runder Spitze». So können Familien auch vorhandenes Material verwenden.
Für das Material im Schulzimmer lohnt sich eine gemeinsame Bestellung als Klassensatz. Das sorgt für Einheitlichkeit und vereinfacht den Unterricht. Wie man dabei vorgeht, zeigt der Ratgeber Klassensätze richtig planen und bestellen. Eine breite Auswahl für den Unterricht finden Sie unter Schulmaterial.
Hilfreich ist auch ein kurzer Hinweis, wie das Material in der Klasse verwaltet wird. Bleibt das Etui über Nacht in der Schule oder geht es täglich nach Hause? Gibt es ein Fach für Ersatzmaterial? Eltern schätzen diese Information, weil sie dann wissen, ob sie zu Hause eine zweite Grundausstattung für die Hausaufgaben brauchen. Und nach den Herbstferien lohnt sich eine kurze Etui-Kontrolle in der Klasse: Stumpfe Stifte spitzen, leere Leimstifte notieren, Fehlendes per Elternbrief melden.



